Die katarische Fußballnationalmannschaft hat sich am Samstag in Santa Clara mit einem späten Eigentor in der 94. Minute ein 1:1 gegen die Schweiz erkämpft und damit ihren ersten Punkt bei einer WM geholt. Für die Schweizer fühlte sich das wie ein verlorener Sieg an, denn sie hatten das Spiel lange im Griff und gaben den Ausgleich in der Schlussphase doch noch aus der Hand.
Breel Embolo brachte die Schweiz in der 17. Minute per Elfmeter vor 68.000 Fans in Führung. Katar hatte zwar schon früh die erste Chance durch Edmilson Junior und kam auch später noch einmal gefährlich vor das Tor, doch Gregor Kobel verhinderte in der 43. Minute mit einer Fußabwehr den möglichen Ausgleich, während Michael Aebischer kurz vor der Pause das 2:0 verpasste, weil sein Versuch auf der Linie abgewehrt wurde.
Das Ergebnis wirkt umso schwerer, weil die Schweiz mit 77 Prozent Ballbesitz deutlich mehr vom Spiel hatte, ihre Überlegenheit aber nicht in die nötigen Treffer ummünzen konnte. Genau darin lag der Unterschied: Ballkontrolle allein gewinnt kein Spiel, wenn vor dem Tor die letzte Konsequenz fehlt. Die Schweiz steht damit nach ihrem Auftakt in Gruppe B zunächst ohne Sieg da, obwohl sie bei den letzten drei Weltmeisterschaften jeweils das Achtelfinale erreicht hatte.
Für Katar ist das 1:1 mehr als nur ein spätes Unentschieden. Die Mannschaft war vor der Partie seit sechs Spielen sieglos, unter Trainer Julen Lopetegui waren nur zwei von 13 Spielen gewonnen worden. Dass nun ausgerechnet ein Eigentor von Miro Muheim den ersten WM-Punkt brachte, gibt dem Ergebnis historischen Wert und zeigt zugleich, wie wenig in diesem Spiel am Ende für die Schweiz zusammenlief. Nach dem 1:1 zwischen Kanada und Bosnien-Herzegowina am Freitag haben in Gruppe B nun alle Teams einen Punkt.
Hector Said Martinez pfiff die Partie in San Francisco und wurde damit zum ersten Honduraner, der jemals ein WM-Spiel leitete. Für die Schweiz bleibt nun der Blick nach vorn auf das nächste Spiel, während Katar mit diesem Punkt erst einmal im Turnier angekommen ist.

