Esteban Paredes hat eine Seite seiner Vergangenheit offengelegt, die weit weg von den Titeln und der Fußballbühne liegt: Er war 1999 kurz davor, sich bei der PDI zu bewerben, und später lernte er bereits als Spieler von Santiago Morning Automobilmechanik. Die Erinnerung kam in einer neuen Folge von La Divina Comida ans Licht und zeigt, wie nah er einst an einem Leben außerhalb des Sports war.
Für Leser, die heute nach Paredes suchen, steckt die Geschichte nicht in einem Tor oder einer sportlichen Entscheidung, sondern in zwei abgebrochenen Wegen. Der frühere Colo-Colo-Star und Ex-Nationalspieler sagte offen, dass er sich das Arbeiten bei der PDI vorstellen konnte und den Gedanken sogar liebte, ehe er sich doch für den Fußball entschied. «Postulé a la PDI en el año 99», sagte er. Heute klingt das wie eine Fußnote, damals war es ein echter Plan.
Der zweite Weg verlief nicht weniger ungewöhnlich. Paredes erklärte, dass er in Cerro Navia Mechanikunterricht nahm, während er schon für Santiago Morning spielte. Weil er nachmittags trainierte, musste er den Lehrer Faúndez um Erlaubnis bitten. «Le tenía que pedir permiso porque entrenaba en las tardes», erinnerte er sich. Faúndez habe ihm sogar vorgeschlagen, nicht zu Mittag zu essen und in der Pause nicht auf den Hof zu gehen, damit er sich ausruhen könne. Paredes sagte, er habe ihm geantwortet, dass er trotzdem vor dem Training und dem Spiel am Samstag Kraft brauche.
Genau dort liegt die Reibung dieser Erzählung: Paredes wollte zur PDI, kam aber nicht einmal zum Bewerbungsprozess, weil ein Familienmitglied Vorstrafen hatte und Angehörige keine strafrechtlichen Einträge haben durften. «Yo me fui, me iba a postular en realidad, y uno de los requisitos era que los familiares no podían tener antecedentes penales. Justo tenía un tío privado de libertad y, por eso, no pude postular», sagte er. Aus dem Plan wurde nichts, und der Weg zum Fußball erhielt dadurch noch mehr Gewicht als bloße Zuflucht.
Auch die Mechanikerzeit zeigt, wie eng seine Ausbildung und sein Spielbetrieb nebeneinanderliefen. Paredes sagte, Faúndez habe ihm 15 Minuten zum Ausruhen gegeben und ihm am Ende des Jahres gewünscht, er werde einmal ein großer Fußballer. Er habe den Lehrer oft wiedergetroffen; heute sei er Pastor einer Kirche in Cerro Navia. Für Paredes ist das keine Anekdote aus der Randnotiz, sondern der Beleg, dass seine Karriere nicht mit einer geraden Linie begann, sondern mit Absagen, Absprachen und kleinen Zugeständnissen, die ihn Schritt für Schritt dorthin brachten, wo er schließlich blieb: beim Fußball.

