Carlo Ancelotti hat Brasil kurz vor dem Debüt in der Copa del Mundo 2026 gegen Marruecos auf eine feste Linie eingeschworen. On Thursday ließ der Trainer dieselbe Startelf erneut trainieren, mit Danilo rechts und Alex Sandro links als Außenverteidigern, während die Mannschaft auf das erste Spiel am Samstag zusteuerte.
Darum wird die Vorbereitung jetzt genau gelesen: Brasil arbeitet auf einen Auftakt hin, in dem Struktur wichtiger ist als Experimente. In der projizierten Elf stehen Alisson, Danilo, Marquinhos, Gabriel Magalhaes und Alex Sandro; davor folgen Lucas Paquetá, Casemiro, Bruno Guimarães und Matheus Cunha, mit Vinícius Júnior und Raphinha im Angriff. Acht dieser Spieler gehörten schon zum Kader von 2022: Alisson, Danilo, Marquinhos, Gabriel Magalhaes, Alex Sandro, Casemiro, Bruno Guimarães und Raphinha. Das zeigt, dass Ancelotti auf Wiedererkennung und Automatismen baut, nicht auf einen kompletten Neustart.
Die Vorbereitung selbst war ungewöhnlich präzise. Brasil arbeitete in intensiven Einheiten an Standards, Offensiv- und Defensivvarianten sowie an Übergängen. Dafür nutzte der Stab auch ein Hilfsmittel, das eher aus der NFL bekannt ist: ein Armband mit Visier, an dem die Spielzüge auf Papier befestigt sind und während des Trainings abgelesen werden können. Es dient dazu, Standards schneller und klarer einzuüben als mit der üblichen mündlichen Ansage allein. Im Vergleich zu normaler Vorbereitung verändert das Werkzeug also nicht den Inhalt der Arbeit, aber die Art, wie Anweisungen im Detail verfügbar sind.
Ganz starr ist das 4-4-2 trotzdem nicht. Matheus Cunha und Lucas Paquetá wechselten im Mittelfeld die Positionen und ließen sich auf verschiedenen Seiten fallen, was der Grundordnung mehr Bewegung gab als das Papierbild vermuten lässt. In einer Rotation ersetzte Douglas Santos Alex Sandro links, Igor Thiago rückte zeitweise für Cunha in die Offensive, und weil Wesley fehlte, behielt Raphinha seine Beweglichkeit, stand im Angriff aber präsenter auf der rechten Seite. Globo Esporte berichtete zudem, dass der Trainerstab mit der Absicherung im Mittelfeld und mit der Abstimmung zwischen Paquetá und Bruno zufrieden gewesen sei.
Für Brasil ist das vor dem Auftakt gegen Marruecos die eigentliche Botschaft: Erfahrung bleibt der Anker, aber die Rollen sind flexibel genug, um im Spiel nachzuschärfen. Wenn Ancelotti am Samstag wirklich mit dieser Gruppe beginnt, wird sich zeigen, wie weit ein 4-4-2 trägt, das auf acht vertraute Gesichter setzt und zugleich genug Bewegung im Zentrum zulässt, um das erste Spiel des Turniers zu kontrollieren.

