Drei Alpinisten sind am Gran Paradiso auf der Nordseite tödlich abgestürzt. Die drei wurden später bei etwa 3.600 Metern gefunden, nachdem sie am Freitagabend nicht zu ihrer Hütte im Valsavarenche zurückgekehrt waren.
Für die Suche war jeder Hinweis wichtig, weil der Alarm erst kurz nach 19.30 Uhr bei der Einsatzzentrale in Aosta einging. Valdostanische Bergretter und die Gebirgseinheit der Guardia di Finanza aus Entreves reagierten sofort. Einer der Bergsteiger hatte zudem einen GPS-Tracker aktiviert, der den Einsatzkräften half, den Aufenthaltsort einzugrenzen.
Die Gruppe hatte die Federico-Chabod-Hütte auf 2.750 Metern über dem Meeresspiegel verlassen und war gegen 3 Uhr morgens in Richtung des 4.061 Meter hohen Gipfels aufgebrochen. Zwei der Toten waren Italiener. Der Unfall ereignete sich auf einer Route, die als „Abbastanza Difficile Superiore“ und „Difficile Inferiore“ eingestuft wird und damit solide Vorbereitung und Erfahrung im Hochgebirge verlangt.
Genau diese Kombination aus Ort, Höhe und Schwierigkeit macht den Fall so schwer zu fassen. Die Suchkräfte konnten die Alpinisten dank des Trackers zwar finden, doch das Gelände an der Nordwand blieb tödlich: Die drei sollen rund 400 Meter abgestürzt sein. Was den Sturz ausgelöst hat, ist bislang nicht erklärt.
Der Gran Paradiso rückt damit erneut wegen eines tödlichen Unfalls an seiner Nordwand in den Fokus. Ende Mai war dort bereits ein weiterer Alpinist bei einem separaten Unfall gestorben. Für die drei Opfer kam jede Hilfe zu spät, und vorerst bleibt nur die offene Frage, warum der Berg an genau dieser Stelle wieder Menschenleben gefordert hat.
