Christoph Baumgartner ist in Santa Barbara wieder mitten im ÖFB-Kreis, obwohl ihn eine schwere Muskelverletzung von der Fußball-Weltmeisterschaft fernhält. Der 26-Jährige sagte am Freitag, er wolle kein Mitleid mehr, sondern nach vorne schauen, während er im Camp in Kalifornien den ersten Teil seiner Rehabilitation absolviert.
Gerade deshalb steht sein Name jetzt im Fokus rund um die fussball wm 2026: Baumgartner ist nicht als Zuschauer angereist, sondern als Spieler, der nach einer OP wieder an den Anschluss arbeitet und trotzdem Teil der Gruppe bleiben will. Österreich verliert mit ihm einen 58-fachen Teamspieler und 19-fachen Torschützen, der dem Kader in einem Moment fehlt, in dem Erfahrung und Präsenz besonders schwer zu ersetzen sind.
Ausgelöst wurde das Ganze am 1. Juni, als sich Baumgartner beim Aufwärmen für das Spiel gegen Tunesien verletzte. Bei einem seiner letzten Schüsse spürte er einen Stich, am nächsten Tag zeigte das MRT eine schwere Muskelverletzung im Adduktorenbereich des Oberschenkels. Am 3. Juni folgte die Operation in Turku, eine Woche später kam er nach Kalifornien zurück.
Seit Mittwoch ist er im ÖFB-Camp und macht dort den ersten Teil seiner Reha. Baumgartner sagte, er werde die nächsten zwei Wochen auf Krücken angewiesen sein. Wie lange er insgesamt ausfällt, bleibt offen; Medienberichte über vier bis fünf Monate nannte er nicht als eigene Vorgabe, und genau diese Ungewissheit macht die Rückkehr für ihn und das Team schwer planbar.
Zwischen dem Wunsch, die Sache hinter sich zu lassen, und der Realität der Verletzung liegt für ihn der härteste Teil. Er berichtete von viel Zuspruch von Ehefrau, Familie, Mitspielern und Fans, dankte RB Leipzig dafür, dass er ins Teamhotel in Goleta kommen durfte, und sagte, er wolle die Mannschaft als Energiegeber unterstützen und ihre Abläufe aus seiner Rolle heraus mittragen. Dass er in seiner Karriere bislang nur rund 20 Pflichtspiele verpasst habe, zeigt, wie ungewohnt diese Lage für ihn ist.
Für Österreich ist seine Präsenz in Santa Barbara deshalb mehr als ein symbolischer Besuch. Baumgartner bleibt nah am Team, obwohl er den größten Traum seines Lebens verpasst hat, und genau darin liegt die offene Frage: Nicht ob er zurückkommt, sondern wann er wieder so belastbar sein wird, dass aus Reha wieder echter Wettkampf wird.

