Asmir Begović ist eine Fußballgeschichte zwischen zwei Ländern, die ihn nie ganz losgelassen haben. Als er vier Jahre alt war, floh seine Familie aus Bosnien nach Deutschland. Mit zehn Jahren kam die Familie in Edmonton an, und später trug er das Trikot von Kanadas Jugendnationalteams.
Gerade deshalb taucht sein Name jetzt wieder auf, wenn über Bosnien Kanada gesprochen wird. Bosnien lebt seit Jahren mit schmerzhaften verpassten Chancen, darunter vier verlorene EM-Playoffs in Folge, die erste davon vor 14 Jahren. Kanada hat im internationalen Fußball dagegen bis heute nur wenig geerntet, und Begovićs Werdegang verbindet diese beiden sehr unterschiedlichen Geschichten auf ungewöhnliche Weise.
Sein sportlicher Weg macht die Sache noch heikler. Begović wurde kanadischer Staatsbürger und saß als junger Torhüter sogar in einem A-Länderspiel auf der Bank, während sich in derselben Phase die Regeln für einen Wechsel der Nationalmannschaft änderten. Trotzdem hat er sich immer als Bosnier verstanden. Diese Mischung aus Pass, Ausbildung und Selbstbild ist der Grund, warum seine Biografie bis heute mehr Fragen aufwirft als eine einfache Zuordnung zu erlauben.
Für Bosnien ist das mehr als eine Randnotiz. Das Land sucht seit Jahren nach dem Durchbruch zu einem großen Turnier, und Begović steht für eine Generation, die zwischen Herkunft und neuer Heimat hin- und hergerissen war. Was an seiner Nationalmannschaftsentscheidung genau wann geschah, bleibt in der Darstellung offen. Klar ist nur, dass seine Geschichte Bosniens lange Suche nach sportlicher Anerkennung mit Kanadas eher schmaler Fußballbilanz in einem einzigen Namen zusammenführt.
