Über drei Unternehmen der Waibel-Gruppe sind am Donnerstag Sanierungsverfahren eröffnet worden. Betroffen sind die Rosen Waibel Handelsgesellschaft MBH in Mäder, die Waibel Produktions GmbH ebenfalls in Mäder und die Waibel Floristik GmbH in Münchendorf in Niederösterreich. Zusammen stehen nach Angaben von KSV1870 Verbindlichkeiten von 24,8 Millionen Euro im Raum.
Für die Suche nach der Rosen Waibel Handelsgesellschaft MBH gibt es einen klaren Grund: Das Unternehmen handelt und verkauft Blumen, und das Verfahren wurde am Landesgericht Feldkirch beantragt. Allein diese Gesellschaft hat rund 2,5 Millionen Euro Schulden, 23 Beschäftigte und 30 Gläubiger. Die Waibel Produktions GmbH kommt auf rund 16,6 Millionen Euro an Forderungen, die Waibel Floristik GmbH auf etwa 5,7 Millionen Euro.
Am stärksten trifft es die Menschen vor Ort. Insgesamt sind 84 Beschäftigte und 113 Gläubiger an den drei Standorten betroffen, zwei davon in Mäder und einer in Niederösterreich. Die beiden Geschäfte in Mäder und Münchendorf bleiben vorerst offen, und Marco Waibel schrieb auf Instagram, der Geschäftsbetrieb laufe „uneingeschränkt weiter“.
Genau darin liegt der Widerspruch, der die Lage derzeit prägt. Nach außen verspricht die Gruppe Normalbetrieb, zugleich laufen die Sanierungsverfahren über drei Firmen weiter, und für die 84 Beschäftigten ist noch offen, ob alle ihre Jobs behalten werden. KSV1870 führt die Schieflage unter anderem auf Inflation, gesunkene Kaufkraft bei wichtigen Käufergruppen, Überkapazitäten am Markt und härtere Konkurrenz zurück; zudem hätten Unternehmen die benötigten Mengen nicht mehr bei Rosen Waibel abgenommen.
Die Waibel-Gruppe bietet ihren Gläubigern eine Sanierungsquote von 20 Prozent an, die innerhalb von zwei Jahren bezahlt werden soll. Ob dieser Plan reicht, hängt nun davon ab, wie die Gerichte und die Gläubiger auf den Vorschlag reagieren — und davon, ob der laufende Betrieb wirklich über die kommenden Monate hinweg ohne weitere Einschnitte trägt.

