Montreal, Chicago und Minneapolis werden keine Spiele der Fußball-wm 2026 ausrichten. Drei große nordamerikanische Städte sind damit aus dem Rennen, während das Turnier auf 16 Gastgeber in drei Ländern zusteuert.
Warum das jetzt wichtig ist: Die Auslosung und die ersten Schlagzeilen rund um das Turnier lenken den Blick auf die Frage, wer die Last des Spektakels tragen will. Die Fußball-wm beginnt mit Mexiko gegen Südafrika im Estadio Azteca in Mexiko-Stadt, Kanada bleibt mit Toronto und Vancouver im Kreis der Gastgeber, und das Finale ist für den 19. Juli in East Rutherford, New Jersey, angesetzt. Wer nach den letzten Planungen sucht, findet die Antwort also nicht nur in den Spielen, sondern auch in den Städten, die abgesagt haben.
In Montreal fiel die Entscheidung schon 2021, nachdem sich die geschätzten öffentlichen Kosten von 50 Millionen kanadischen Dollar auf 103 Millionen kanadische Dollar erhöht hatten. Die Stadt wollte außerdem FIFA-Vorgaben nicht akzeptieren, darunter neue Aufzüge im Olympiastadion für FIFA-Gäste, ein schließbares oder ausfahrbares Dach sowie die Kontrolle über einen Park und den Alten Hafen für zwei Monate. Für eine Kommune, die das Turnier gern als Prestigegewinn verkauft hätte, war das am Ende zu viel.
Chicago zog aus einem anderen Grund zurück, aber mit derselben Logik. Die Stadt lehnte Sicherheitszonen rund um Soldier Field für etwa zwei Monate ab, und FIFA war nicht bereit, darüber zu verhandeln. Dass ein WM-Spiel ein Großereignis gewesen wäre, änderte daran nichts. Chicago wird nun stattdessen WWE SummerSlam und die Special Olympics USA Games ausrichten.
Minneapolis stand ebenfalls auf der Liste der Städte, die Spiele hätten bekommen können, sagte aber am Ende ebenfalls Nein. Wer dort die endgültige Entscheidung traf, bleibt offen. Genau das macht diese Absagen so aufschlussreich: Die finanziellen Belastungen, die Infrastrukturwünsche und der Anspruch auf Kontrolle waren für mehrere Städte offenbar schwerer zu tragen als der Glanz einer Fußball-wm. Montreal wird nun den Formel-1-Grand-Prix, das größte Jazzfestival der Welt und Veranstaltungen zum 50. Jahrestag der Olympischen Spiele von 1976 ausrichten. Die Weltmeisterschaft läuft trotzdem weiter – nur ohne diese drei Städte auf der Karte.

