Lesen: Kv Verhandlungen Chemische Industrie 2026: Lenzing-Beschäftigte streiken erneut

Kv Verhandlungen Chemische Industrie 2026: Lenzing-Beschäftigte streiken erneut

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Bei Lenzing ist der Streit um den Kollektivvertrag am Donnerstag erneut auf die Straße und in die Werkshallen getragen worden. Vor der achten Verhandlungsrunde legten Beschäftigte im Werk im Bezirk Vöcklabruck die Arbeit nieder, während Arbeitgeber und Gewerkschaft die Gespräche am selben Tag wieder aufnahmen.

Der Warnstreik begann um 8.00 Uhr. Rund 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versammelten sich in der Unternehmenszentrale in Lenzing, in der Werkskantine fand eine Kundgebung statt. Betroffen waren drei Produktionslinien, die nach einer längeren Reparatur eigentlich erst an diesem Tag wieder anlaufen sollten. Nun sollten sie erst mit Beginn der Spätschicht hochgefahren werden. In den betroffenen Bereichen arbeiten laut Gewerkschaft rund 3.000 Beschäftigte.

Für viele war das kein symbolischer Protest, sondern eine Reaktion auf ein Angebot, das sie für zu klein halten. Die Gewerkschaft verlangt in den eine Lohn- und Gehaltserhöhung von drei Prozent. sagte, die Belegschaften stünden zu 100 Prozent hinter der Gewerkschaft; in Oberösterreich seien in dieser Woche fast 20 befristete Streiks durchgeführt worden, die Beteiligung sei sehr hoch, die Beschlüsse einstimmig. Das Angebot mit 0,5 Prozent und 300 Euro Einmalzahlung nannte er eine Frotzelei.

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Auch machte deutlich, warum die Fronten so verhärtet sind. Die Mutter von zwei Kindern sagte, sie sei vor allem vom ständigen Teuerungsdruck belastet; die Ausbildung ihrer Kinder koste viel, ihre Tochter besuche zudem ein Internat. Wenn dann trotz steigender Lebenshaltungskosten kein entsprechender Ausgleich komme, sei das sehr bedauerlich. Der Druck ist damit nicht abstrakt, sondern direkt im Alltag der Beschäftigten angekommen.

Die erklärte, sie verfolge die Entwicklungen in der chemischen Industrie aufmerksam, respektiere gewerkschaftliche Maßnahmen ebenso wie den sozialpartnerschaftlichen Dialog und appelliere an alle Verhandlungsteilnehmer, zeitnah zu einer konstruktiven Einigung zu kommen. Ob an diesem Donnerstag in der achten Runde noch ein Durchbruch gelingt, blieb offen. Genau diese Lücke macht den nächsten Schritt entscheidend: Wenn sich die Seiten nicht rasch bewegen, dürfte der Konflikt die Produktion weiter länger stören als eine einzelne Streikstunde.

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