Ecuadors Verbrauch von Benzin für den Automobilsektor ist zwischen Januar und April 2026 um 4 Prozent gefallen. Der Rückgang trifft vor allem Extra und Ecopaís, die zusammen 92 Prozent des nationalen Marktes ausmachen.
Für Oswaldo Landázuri ist die Richtung klar: Viele Fahrer verkürzen ihre Wege oder suchen andere Verkehrsmittel, um ihre Ausgaben zu senken. Das zeigt sich in den Zahlen des Markts, die nun ausgerechnet kurz vor einer neuen Preisprüfung am 12. Juni 2026 veröffentlicht werden.
Zwischen Januar und April lag die Nachfrage nach Ecopaís, Extra und Súper bei rund 74.000 Barrel pro Tag, nach 78.300 Barrel pro Tag im selben Zeitraum 2025. Extra verzeichnete ein Minus von 11 Prozent und kam auf 36.800 Barrel pro Tag, den niedrigsten Stand für die ersten vier Monate eines Jahres in den vergangenen fünf Jahren. Ecopaís sank um 4,1 Prozent auf 36.100 Barrel pro Tag und erreichte damit den schwächsten Wert seit 2022.
Die Rechnung für die Autofahrer ist in den vergangenen Monaten spürbar teurer geworden. Seit Juli 2024 sind die Preise für Extra und Ecopaís von 2,40 US-Dollar auf 3,16 US-Dollar pro Gallone gestiegen. Allein in den vergangenen vier Monaten legte der Preis um 0,49 US-Dollar pro Gallone zu. In einem Markt, in dem diese beiden Sorten fast alles bestimmen, reicht schon ein solcher Anstieg, um den Verbrauch zu drücken.
Ganz sauber lässt sich der Rückgang aber nicht auf den Preis allein zurückführen. Die Regierung schloss einen Mangel an Kraftstoff aus und machte stattdessen ein mögliches Horten in einigen Tankstellen verantwortlich, auch wenn der Fall weiter untersucht wird. Gleichzeitig fielen die ersten Monate des Jahres in eine Phase, in der in mehreren Stationen des Landes Probleme bei der Versorgung gemeldet wurden. Wie viel des Minus auf teurere Liter, wie viel auf diese Engpässe und wie viel auf beides zusammengeht, bleibt offen.
Auch die einzige Sorte im Plus ändert am Bild wenig. Súper kam zwischen Januar und April auf 6.164 Barrel pro Tag, 74 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, bleibt aber ein kleiner Teil des Marktes und kostet mit einem Richtpreis von 4,81 US-Dollar pro Gallone deutlich mehr. Sollte der Preis am 12. Juni die Marke von 5 US-Dollar überschreiten, würde der Druck auf die Nachfrage weiter zunehmen, während Extra und Ecopaís schon jetzt auf dem schwächsten Stand seit Jahren stehen.

