Julián Quiñones hat Mexikos 5:1-Sieg gegen Serbien am Donnerstag in Toluca nicht nur mitgeprägt, sondern Javier Aguirre auch einen Blick auf einen Angreifer gegeben, der auf mehreren Positionen funktionieren kann. Der 29-Jährige spielte 58 Minuten und wirkte dabei so variabel, dass er als Mittelstürmer, über rechts, über links oder sogar als Zehner hinter einer Spitze eingesetzt werden könnte.
Warum sein Name gerade jetzt gesucht wird, liegt auf der Hand: Mexiko baut auf eine Heim-Weltmeisterschaft hin, und Aguirre ordnet seinen Angriff noch immer neu. Genau in diesem Moment liefert Quiñones Argumente dafür, dass er nicht auf eine einzige Rolle festgelegt werden sollte. Nach dem Spiel sagte er, er fühle sich von starken Mitspielern gut getragen; diese Sicherheit gebe ihm die Freiheit, sich mit dem Ball zu bewegen und selbstbewusst zu spielen.
Der Auftritt gegen Serbien kam nicht aus dem Nichts. Aguirre hatte schon im Mai betont, dass Quiñones Kraft, Torinstinkt, Laufbereitschaft und Opfer für die Defensive mitbringt. Auf dem Platz bestätigte sich dieses Bild sofort: Ein Schuss von ihm landete am Pfosten, den Abpraller bekam Raúl Jiménez. Das war genau die Art von Szene, die erklärt, warum der Trainer ihn nicht nur als Abschluss, sondern auch als Verbindungsstück im Angriff sieht.
Dazu passt auch seine Form aus dem Klubfußball. Quiñones, geboren in Nariño, erzielte in der Saison 2024 für Al Qadisiya 33 Tore in Saudi-Arabien, mehr als Ivan Toney mit 32 für Al Ahli und Cristiano Ronaldo mit 27 für Al Nassr. Er war erst 2024 dorthin gewechselt, nachdem er mit Atlas Meister geworden war. Vorher hatte er mit Tigres 2016 und 2019 Titel gewonnen, mit Atlas 2021 und 2022 nach einer 70-jährigen Durststrecke und mit Club América 2023 und 2024 noch zwei weitere.
Genau darin liegt für Mexiko der Reiz und das Problem zugleich. Quiñones bringt Tore, Tempo und Beweglichkeit mit, aber neben ihm ist die feste Lösung im Angriff noch offen. Aguirre prüft mehrere Kombinationen, und der entscheidende Schritt steht weiter aus: wer ihn regelmäßig ergänzt, damit Mexikos Offensive bei der Heim-WM nicht nur auf einen formstarken Mann baut, sondern auf ein Paar, das trägt.

