Javier Aguirre hat Gilberto Mora in Mexikos endgültigen Kader für die WM 2026 berufen. Mit 17 Jahren und 240 Tagen ist der Tijuana-Profi der jüngste Spieler des Turniers.
Dass sein Name jetzt auf der finalen Liste steht, erklärt auch, warum Moras Berufung gerade heute so viel Aufmerksamkeit bekommt. Die WM 2026 bringt 1.248 Fußballer zusammen, und nur 22 von ihnen sind jünger als 20 Jahre. In dieser kleinen Gruppe fällt Mora sofort auf — nicht nur wegen seines Alters, sondern weil er bereits wie ein Spieler wirkt, der mehr gesehen hat als viele in seinem Jahrgang.
Bei Xolos de Tijuana debütierte Mora schon mit 15 Jahren in der ersten Liga. Seitdem kommt er für den Klub auf 53 Spiele, zehn Tore und zwei Vorlagen. Wer ihn nur als WM-Teenager betrachtet, sieht also nur die Hälfte der Geschichte: Er ist der Jüngste im Turnier, aber bei seinem Verein längst kein Anfänger mehr.
Genau deshalb war der Eindruck früh so groß. Juan Carlos Osorio, der Xolos damals trainierte, beschrieb Mora als natürliches Talent und verglich seine Drehung und Ballkontrolle mit Andrés Iniesta. Der Vergleich wirkt heute nicht wie ein überzogener Satz aus einer Nachwuchsdebatte, sondern wie die Erklärung dafür, warum ein 17-Jähriger in einen WM-Kader rutscht, der sonst von etablierten Spielern getragen wird.
Die Reibung bleibt trotzdem sichtbar. Mora reist mit einer Bilanz nach der WM, die für sein Alter ungewöhnlich reif ist, aber niemand weiß, wie viel er auf der größten Bühne tatsächlich spielen wird. Aguirre hat ihn benannt. Ob daraus Minuten oder nur ein Platz im Aufgebot werden, ist die offene Frage, die diese Berufung erst richtig interessant macht.
Für Mexiko ist Moras Nominierung mehr als eine Personalie. Sie zeigt, dass der Trainer einem Spieler vertraut, der schon in der Liga Leistung gebracht hat und trotzdem erst am Anfang seiner Laufbahn steht. Die WM hat damit ihren jüngsten Namen — jetzt beginnt für Mora der schwierigere Teil: zu beweisen, dass sein Platz im Kader nicht nur eine Überraschung ist, sondern ein Einsatz wert.

