Die Fiscalía de Valparaíso hat eine Untersuchung gegen Gabriel Zaliasnik eröffnet, nachdem sie am Montag, dem 8. Juni, eine Beschwerde von PS-Abgeordnetem Daniel Manouchehri und Senatorin Daniella Cicardini angenommen hatte. Der Fall trifft den neu ernannten chilenischen Botschafter in Israel genau in dem Moment, in dem seine Ernennung politisch und strafrechtlich unter Druck gerät.
Warum der Name Zaliasnik jetzt gesucht wird, liegt an der Kombination aus diplomatischem Amt und den Vorwürfen, die die Sozialisten vorgelegt haben. Die Beschwerde bezieht sich auf Gespräche mit Luis Hermosilla, die durch Reportea bekannt wurden, und verlangt die Prüfung möglicher Delikte wie Veruntreuung öffentlicher Gelder, Betrug zum Nachteil des Fiskus, unzulässige Einflussnahme, Amtsmissbrauch und illegale Abhörmaßnahmen.
Für die Ermittler steht damit nicht nur ein Chatverlauf im Raum, sondern eine Reihe konkreter Behauptungen. Zu den gemeldeten Punkten gehört eine ausdrückliche Bitte um Zugriff auf reservierte Staatsmittel, um eine private Strafverteidigung zu finanzieren. Außerdem wird auf Honorarabsprachen über den damaligen Präsidenten des ENAP-Vorstands verwiesen, zu einer Zeit, als 2020 ein Vertrag mit demselben Staatsunternehmen bestand. Die Beschwerde enthält zudem Vorwürfe zu Eingriffen bei richterlichen Ernennungen und zu Anträgen auf wohlwollende Entscheidungen.
Gerade an diesem Punkt liegt die Reibung des Falls. Manouchehri sagte, die Gespräche zwischen Hermosilla und Zaliasnik seien kein einfacher privater Chat. Die Beschwerdeführer stellten sie als mehr als einen privaten Austausch dar, während bislang nur feststeht, dass die Vorwürfe auf offengelegten Gesprächen beruhen. Was die Staatsanwaltschaft über die Anzeige und die Chats hinaus tatsächlich in Händen hat, ist offen.
Cicardini sprach von Hinweisen auf „schwerwiegende“ Vorgänge, die auf möglichen Einsatz reservierter Mittel für Strafverteidigungen, Druck auf die Justiz und politische Spionage hindeuteten. Sie sagte auch, genau das schade der Demokratie und dem Vertrauen in die Institutionen. Die Beschwerde nennt in diesem Zusammenhang angebliche Bitten um Telefonüberwachung und illegale Überwachung von Oppositionsführern ohne richterliche Anordnung.
Der Fall ist Teil der Hermosilla-Affäre, auch als caso Audio bekannt, und zieht nun einen erst kürzlich benannten Vertreter Chiles im Ausland in ein formelles Verfahren hinein. Für Zaliasnik ist das mehr als ein politischer Schaden. Es ist der Beginn einer Untersuchung, die klären muss, ob die vorgelegten Vorwürfe einen strafbaren Kern haben und auf welcher Grundlage die Fiscalía de Valparaíso über die eingereichte Beschwerde hinaus weitergeht.

