Garbine Muguruza hat Carlos Alcaraz zu mehr Ruhe vor seinem Comeback gemahnt und gesagt, der 22-Jährige müsse seine Angst vor der Rückkehr kontrollieren. Die frühere French-Open-Siegerin nannte die Verletzung kompliziert und warnte, dass ein zu schneller Schritt zurück das Risiko nur vergrößere.
Dass diese Einschätzung jetzt Gewicht hat, liegt an Alcaraz’ Pause. Die Weltranglisten-Zweite hat seit seinem Auftaktsieg bei den Barcelona Open im vergangenen Monat nicht mehr gespielt, zog vor der Zweitrundenpartie in Barcelona zurück und verpasste danach die Masters-1000-Turniere in Madrid und Rom, die French Open sowie die Queen’s Club Championships und Wimbledon. Bei einem Spieler, der den Kalender der Männerwelt mitprägt, verschiebt schon eine solche Pause den Blick sofort auf den nächsten Abschnitt der Saison.
Muguruza beschrieb das Problem als mehr als nur eine Frage des Schmerzes. Das Handgelenk habe kleine Knochen und müsse äußerst vorsichtig behandelt werden, sagte sie, und viele Profis spürten in dieser Phase den Druck, rasch zurückzukehren, um keinen Platz zu verlieren. Deshalb müsse Alcaraz klug bleiben und sich die nötige Zeit nehmen. Sie hofft, dass er für die American tour bereit sein wird.
Genau dort liegt der Knackpunkt: Während Muguruza auf Vorsicht und Geduld pocht, hieß es von Álvaro Sánchez zuletzt, die Genesung verlaufe nach den ihm vorliegenden Informationen sehr gut. Beide Einschätzungen können zugleich wahr sein, aber sie zeigen, wie offen der Zeitplan noch ist. Gras sei ein heikler Belag für eine Rückkehr, sagte Muguruza ebenfalls, und sie verwies darauf, dass viele Spieler mit dieser Verletzung lange brauchen, bis sie wieder voll belastbar sind.
Für Alcaraz bleibt damit die wichtigste Frage, ob er vor dem harten amerikanischen Abschnitt ohne unnötiges Risiko zurückkommt. Ein Datum nannte niemand. Im Moment ist nur klar, dass seine Rückkehr nicht vom Wunschtempo abhängt, sondern davon, wann das Handgelenk wirklich wieder belastbar ist.
Abseits von Alcaraz sprach Muguruza auch über den 19-jährigen Rafael Jodar und zeigte sich in Madrid beeindruckt von dessen Auftreten. Das ändert aber nichts an der Lage des Spaniers, auf den sich alles richtet: Bei Alcaraz geht es jetzt nicht um den nächsten großen Titel, sondern darum, den richtigen Moment nicht zu verpassen.

