Portugal gewann in Oeiras 2:1 gegen Chile, doch Francisco Conceição sprach danach vor allem über das, was der Abend für die WM-Vorbereitung nicht liefern konnte: eine zweite Halbzeit mit elf Spielern. Der Juventus-Profi sagte, Portugal wolle genau so üben, weil es bei der Weltmeisterschaft auch so sein werde, und der Spielverlauf habe diesen Plan nach dem Ärger auf dem Platz durcheinandergebracht.
Dass seine Worte jetzt Gewicht haben, liegt an dem Moment, in dem sie fielen. Direkt nach dem Test am Estadio Nacional de Oeiras, der Roberto Martínez’ Team auf die ersten drei WM-Spiele vorbereiten soll, beschrieb Conceição Chile als starke, geschichtsträchtige Auswahl, die immer wettbewerbsfähig sei. Für ihn sei das eine sehr kämpferische Mannschaft gewesen, die gegen Portugal mehr auf Umschaltmomente setzte.
Der Sieg änderte nichts daran, dass das Spiel früh seine eigentliche Form verlor. Rafael Leão und Iván Román wurden nach einer Auseinandersetzung vom Platz gestellt, danach musste Portugal die zweite Hälfte mit zehn Spielern bestreiten. Lucas Cepeda erzielte das Tor für Chile, doch Portugal brachte den Vorsprung über die Linie und gewann 2:1.
Genau an diesem Punkt setzte Conceição den Widerspruch zwischen Ergebnis und Zweck. Wer Fußball spiele, wisse, dass so etwas passieren könne, sagte er sinngemäß, auch wenn es natürlich nicht passieren solle. Heute habe es Leão getroffen, beim nächsten Mal könne es ein anderer sein; normal sei die Situation nicht, aber sie komme vor. Für Portugal war das keine Randnotiz, sondern eine Unterbrechung der Probe unter den Bedingungen, die im Sommer zählen sollen.
Trotzdem wertete Conceição die Partie nicht als verlorenen Test. Chile habe kollektiv gut funktioniert, sagte er, auch wenn die Mannschaft in der Qualifikation nicht gut dagestanden habe. Gerade weil der Gegner kompakt, aggressiv und auf Konter ausgerichtet auftrat, habe das Spiel geholfen, sich auf das vorzubereiten, was für Portugal die ersten drei Weltcup-Partien werden. Offener bleibt nur, wie schwer die Folgen der Rangelei tatsächlich wiegen, die das Spiel aus dem Takt brachte.

