Kimi Antonelli hat sich in Monaco die Pole Position gesichert und damit das Rennen am Sonntag schon vor dem Start entscheidend geprägt. Der 19-Jährige setzte sich in der extrem engen Qualifikation auf dem Stadtkurs durch, Max Verstappen wurde Zweiter, Lewis Hamilton im Ferrari Dritter und Charles Leclerc in seiner Heimatstadt Vierter.
Warum das gerade heute so schwer wiegt, zeigt Monaco selbst. Auf dem schmalen Stadtkurs ist Überholen fast unmöglich, deshalb kann ein Startplatz mehr wert sein als viele Runden im Rennen. Antonelli, der vor dem sechsten Saisonlauf bereits 43 Punkte vor George Russell lag, war schon im letzten Training im Mercedes deutlich schneller und bestätigte das im entscheidenden Moment. Nach der Qualifikation sagte er, das sei „eine der Runden, die man wohl als magisch bezeichnet“, weil er „alles zusammengebracht“ habe.
Dass Ferrari vor dem Qualifying Hoffnung hatte, machte die Angelegenheit nur enger. Nach starken Freitagsleistungen schien für Hamilton und Leclerc ein Angriff auf die Spitze möglich, doch im entscheidenden Abschnitt kam Antonelli klar besser durch. Hamilton räumte ein, es sei „definitiv sehr eng zwischen uns allen“ gewesen, und sagte, sein Team habe vor dem Qualifying „irgendwas verloren“, das man in der Fabrik prüfen müsse. Genau dieser Bruch zwischen Hoffnung und Ergebnis machte den Unterschied aus: Antonelli war im Moment der Wahrheit schneller, nicht Ferrari.
Die Session bekam zusätzlich eine Unterbrechung für mehrere Minuten, nachdem Gabriel Bortoleto in einem Audi gecrasht war. Auch außerhalb der Strecke gab es Unruhe bei Ferrari: Teamchef Frédéric Vasseur blieb wegen gesundheitlicher Probleme in einer Klinik unter Beobachtung, Jérôme d'Ambrosio sollte ihn vorübergehend an der Boxenmauer vertreten. Ferrari ließ mitteilen: „Wir wünschen Fred eine schnelle Erholung und freuen uns darauf, ihn bald wieder an der Strecke zu sehen.“
Für das Rennen am Sonntag um 15.00 Uhr auf ORF, RTL und Sky ist damit die Ausgangslage klarer als die meisten in Monaco gern hätten. Wenn Antonelli von ganz vorn losfährt, müssen Verstappen, Hamilton und Leclerc auf einen Fehler oder ein ungewöhnliches Rennen hoffen. Das ist in Monaco selten genug, um die Pole fast wie einen halben Sieg wirken zu lassen.

