Zur WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko werden die Trikots selbst zum Thema. Bei 48 Nationen geht es nicht nur um Tore, sondern auch darum, welche Hemden auf dem Platz und im Regal auffallen. Eine aktuelle Modewertung schaut genau darauf und rückt dabei Österreichs Trikot in ein ungewöhnlich starkes Licht: selbstbewusst, zeitlos und ohne laute Effekte.
Dass solche Urteile jetzt so viel Aufmerksamkeit bekommen, hat mit der Größe des Turniers zu tun. Jede Mannschaft bringt ein Heim- und ein Auswärtstrikot mit, und offizielle Kits gehören längst zu den wichtigsten Merchandising-Produkten im Weltfußball. Millionen Jerseys werden verkauft, während Adidas, Nike und Puma um Aufmerksamkeit und Marktanteile konkurrieren. Für Leser, die wissen wollen, welche Designs bei der WM den Ton angeben könnten, ist das mehr als Stilfrage. Es geht um nationale Identität, Markenmacht und darum, welches Trikot in einem überfüllten Feld überhaupt noch hängen bleibt.
Zu den auffälligsten Entwürfen zählt das klassische französische Heimtrikot mit blauem Grund und Mustern, getragen von Eduardo Camavinga, dazu ein frisches mintgrünes Auswärtstrikot. Norwegens Heimshirt setzt auf Rot mit einem markanten Kreuz in den Nationalfarben, Curaçaos Auswärtstrikot auf pastellfarbenes Bananengelb mit gelb-türkis-rosa Streifen. Ein anderes Auswärtsshirt kommt in Korallrot oder Lachston mit violetten Nadelstreifen daher. Die Palette zeigt, wie breit das Spektrum der WM-Kollektion ist: hier Tradition, dort auffällige Farbe, dazwischen viel Kalkül.
Gerade deshalb fällt Österreich auf. Die Shirts werden als selbstbewusst und zeitlos beschrieben, nicht als lautes Spektakel. Das passt auch zur langen Verbindung mit Puma, das die österreichische Nationalmannschaft seit 1974 ausrüstet. In einem Wettbewerb, in dem Dean Huijsen und Leon Goretzka mit Schal ins Styling gehen und Jude Bellingham mit Taper Fade und längeren Locken oben sowie Kylian Mbappé mit geradem Pony über der Stirn ins Bild gesetzt werden, wirkt die österreichische Lösung fast gelassen. Doch genau darin liegt ihre Stärke: In einem Markt voller greller Ideen kann Ruhe zur besten Markierung werden.
Offen bleibt nur die entscheidende Rangfrage. Welche der 48 WM-Kits am Ende ganz oben steht, nennt der Auszug nicht. Klar ist aber schon jetzt, dass die WM 2026 auch als Schaufenster für Design und Verkauf gelesen wird — und dass ein gutes Trikot heute so viel über eine Nation verrät wie über den Hersteller, der es gebaut hat.

