Otto Waalkes hängt in der Wiener Albertina jetzt zwischen Dürer, Klimt und Schiele. Der 77-jährige Komiker zeigt in den Prunkräumen des Museums zwölf eigene Blätter, die zwölf Arbeiten aus der Grafiksammlung des Hauses spiegeln und persiflieren.
Dass sein Name gerade dort so präsent ist, liegt an einer Ausstellung, mit der die Albertina neue Besucher anziehen und weniger förmlich wirken will. Museumsdirektor Ralph Gleis, seit 2025 im Amt, gab dem Ostfriesen dafür freie Hand. Er sagte: „Ich habe ihm eine Carte blanche gegeben.“
Waalkes nimmt die Einladung ernst, aber nicht ehrfürchtig. Er parodiert in der Schau Albrecht Dürers „Das große Rasenstück“, ein Werk von Hans Baldung Grien und ein Porträt von Adele Harms nach Egon Schiele. Der 1948 in Emden geborene Künstler sagte, das Nachahmen berühmter Vorlagen der Alten Meister sei für ihn eine Form der Bewunderung. Wochenlang habe er an den Zeichnungen gearbeitet und dabei Techniken und Papier der Originale studiert.
Genau darin steckt der Reiz der Ausstellung, aber auch ihr Risiko. Die Albertina will ihr Publikum erweitern und zeigt dafür einen Künstler, der mit dem Ottifanten seit Jahrzehnten eine eigene Komik-Ikone pflegt. Zugleich kann die Idee, in einem der ehrwürdigsten Museen des Landes mit einem Komiker und seinen Zeichnungen aufzutreten, wie eine beabsichtigte Lockerung wirken — oder wie ein Schritt, der im festlichen Rahmen der Prunkräume schon sehr weit in Richtung Albernheit geht.
Waalkes hat seine Zeichnungen zuvor schon mehrmals in Deutschland gezeigt, doch seine Ottifants waren bislang nicht in einem so renommierten Haus zu sehen. Gerade das macht die Schau für die Albertina zum Test: Ob Humor in der Hochkunst als Türöffner funktioniert, zeigt sich nicht an der Idee, sondern daran, ob das Museum mit diesem Zugriff tatsächlich neue Besucher gewinnt. Einen Endtermin für die Ausstellung nennt das Haus bisher nicht.
