John Travolta hat mit „Propeller One-Way Night Coach“ erstmals selbst Regie geführt. Der 61 Minuten lange Film basiert auf seiner Kinder-Novelle aus dem Jahr 1997 und erzählt von einem Flug quer durch die USA von New Jersey nach Los Angeles.
Darum wird Travolta gerade jetzt wieder gesucht: Er hat nicht einfach irgendein Nebenprojekt abgeliefert, sondern ein sehr persönliches Stück, das er geschrieben, inszeniert und selbst gesprochen hat. Im Zentrum steht der achtjährige Jeff, sein filmisches Alter Ego, gespielt von Clark Shotwell; Kelly Eviston-Quinnett übernimmt die Rolle der Helen.
Der Film ist nach Travoltas eigenen Vorlieben gebaut, um Familie, Fliegen und Film – die drei Dinge, die er am meisten liebe, wie es im Umfeld des Projekts heißt. Dass ausgerechnet daraus sein Debüt als Regisseur entsteht, gibt dem kleinen Format Gewicht: Es ist weder ein späte Pflichtübung noch ein bloßes Nostalgieobjekt, sondern ein sehr konzentrierter persönlicher Film eines Stars, der zuletzt vor allem mit niedrig profiligen Actionfilmen, Werbespots für Capitol One und gelegentlichen Auftritten in Musikvideos mit Pitbull in Erscheinung trat.
Die Biografie dahinter ist hart. Travolta verlor 2009 seinen Teenagersohn Jett, seine Frau Kelly Preston starb 2020, und zwei Jahre später starb Olivia Newton-John nach langem Kampf gegen Brustkrebs. In einer Würdigung an Newton-John schrieb er: „Wir werden dich den Weg hinuntersehen, und wir werden alle wieder zusammen sein.“
Genau diese Mischung macht das Debüt ungewöhnlich: Ein Film, der als Meisterwerk beschrieben wird, kommt von einem Mann, dessen jüngere Schauspielarbeit meist in kleineren, wenig beachteten Produktionen gelandet ist. Offen bleibt nun vor allem, wie weit „Propeller One-Way Night Coach“ überhaupt zu sehen sein wird. Für Travolta ist das wichtigere Signal aber schon gesetzt: Nach Jahren im Hintergrund meldet er sich nicht mit einem Cameo zurück, sondern mit einer eigenen Regiearbeit, die so nah an seinem Leben liegt wie kaum etwas, das er bisher gemacht hat.

