Lesen: 1998 Ky26: Avi Loeb hält alte Sowjet-Sonde für möglich

1998 Ky26: Avi Loeb hält alte Sowjet-Sonde für möglich

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hat 1998 KY26 neu vermessen lassen, und plötzlich steht nicht mehr nur ein Asteroid zur Debatte. In einem noch nicht begutachteten Papier sagt er, das Objekt könne ein verlassenes Relikt des sowjetischen Marsprogramms sein, genauer eine alte Sonde von statt ein natürlicher Brocken.

Das ist jetzt relevant, weil Japans bereits auf dem Weg zu 1998 KY26 ist und den Körper bis Juli 2031 erreichen soll. Wer die Mission verfolgt, fragt deshalb nicht nur, was dort wartet, sondern auch, ob das Ziel überhaupt ein Asteroid ist.

Loeb und seine Kollegen verknüpfen 1998 KY26 mit der historischen russischen Marsmission Phobos 1, die im Juli 1988 startete und zwei Monate später scheiterte, nachdem im wegen eines Tippfehlers in einem Befehl kein Signal mehr zurückkam. Ihre Argumentation lautet, dass die Triebwerkszündungen der Sonde eine Bahn erzeugt haben könnten, die der von 1998 KY26 ähnelt. Sie schreiben auch, die beiden Orbits seien konvergierend und statistisch kompatibel. Dazu komme, dass beide Objekte ungefähr dieselbe Größe hätten und auffallend länglich seien.

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Genau an diesem Punkt wird die Idee aber dünn. Die Erklärung mit einer sowjetischen Raumsonde gilt selbst in dem Bericht als ziemlich gewagt, und 1998 KY26 ist schon früher als dunkler Komet ins Gespräch gebracht worden. Beides lässt die neue Deutung weniger wie einen Befund klingen als wie einen Testfall dafür, wie weit sich ungewöhnliche Himmelskörper überhaupt in menschliche Kategorien pressen lassen.

Loeb argumentiert deshalb, Wissenschaftler sollten ihre Trainingsdaten nicht nur mit Gestein und Eis füllen, sondern auch mit Raumobjekten, die Menschen in den vergangenen 69 Jahren gestartet haben. Zu den Objekten, die dann mitgedacht werden müssten, gehört eben auch Phobos 1. Für Loeb hat die Frage zudem mehr Sprengkraft, weil ein technologischer Ursprung von 1998 KY26 seine umstrittene Idee stützen könnte, dass auch 1I/’Oumuamua nicht natürlich gewesen sein könnte.

Hayabusa2 selbst bringt schon Erfahrung mit. Die Sonde rendezvousierte im Juni 2018 mit dem Asteroiden Ryugu und brachte Proben zur Erde zurück. Bei 1998 KY26 wird sie etwas viel Schwierigeres vorfinden: Das Objekt ist winzig und rotiert extrem schnell, was eine Annäherung oder gar eine Landung kompliziert macht. Gerade deshalb hat die Herkunft des Körpers Gewicht. Sollte sich 2031 zeigen, dass 1998 KY26 technologisch ist, würde das nicht nur das Ziel der Mission neu definieren, sondern auch die Debatte über seltsame kleine Objekte im Sonnensystem verschieben. Bleibt es natürlich, fällt die sowjetische Spur als kühne, aber am Ende unhaltbare Idee in sich zusammen.

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