1860 München hat am Mittwoch keine Lizenz für die 3. Liga erhalten. Der Klub macht dafür eine nicht erfüllte Finanzierungszusage von Hasan Ismaik und den mit ihm verbundenen Unternehmen verantwortlich.
Gerade jetzt suchen viele nach 1860, weil die Entscheidung den Verein sofort aus der Planung für die kommende Saison reißt. Vor wenigen Tagen hatte Ismaik noch gesagt, er denke, 1860 bleibe in der 3. Liga. Parallel hatte der Klub auf seiner Website die Sommervorbereitung in Oberösterreich angekündigt und bereits 10.000 Dauerkarten für die 3. Liga verschickt. Nach der Lizenzentscheidung ist all das Makulatur.
Die Münchner beschrieben die Ursache als gescheiterte Finanzierung, ausgelöst durch die Kündigung eines Darlehensvertrags durch Ismaik und seine Berater. Die Geschäftsführung teilte mit, sie arbeite eng mit erfahrenen Experten und insolvenzrechtlichen Beratern zusammen. Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb unter Wahrung der Rechte und Interessen der Gesellschaft geordnet aufrechtzuerhalten und gemeinsam mit den Sponsoringpartnern eine tragfähige Perspektive für die Zukunft zu entwickeln.
Für Ismaik war der Mittwoch ein „trauriger Tag“. Doch seine Zuversicht, 1860 werde schon in der 3. Liga bleiben, änderte nichts am Ergebnis. Genau darin liegt die Reibung dieses Falls: Zwischen öffentlicher Hoffnung und formaler Entscheidung klafft nun ein harter Bruch, der den Klub nicht nur sportlich trifft, sondern auch seine finanzielle Basis sichtbar kleiner macht.
In der Regionalliga müsste 1860 mit deutlich kleinerem Budget neu anfangen, und auch bei der Besetzung der Mannschaft ist vieles offen. Ob Markus Kauczinski den Schritt in die 4. Liga mitgeht, ist nicht entschieden. Dazu kommt, dass die Sponsorenfrage an der Ligazugehörigkeit hängen kann. Für Samstag war außerdem die Eröffnung eines Fanshops am Münchner Flughafen mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger als Ehrengast geplant.
Die Folgen reichen über München hinaus. Nach den Statuten des DFB wäre TSV Havelse als erster Absteiger berechtigt, in der 3. Liga zu bleiben. Ob Havelse diese Chance annimmt, ist weiter offen. Sollte der Klub verzichten, könnte auch Erzgebirge Aue als Tabellen-18. und sportlich abgestiegene Mannschaft noch profitieren. Für 1860 ist damit nicht nur die Liga verloren, sondern auch die Gewissheit, wie der Sommer organisatorisch weitergeht.

