Vor der Fußball-weltmeisterschaft 2026 wird der neue Adidas-Ball Trionda nicht nur gezeigt, sondern auch auf seine Flugbahn abgeklopft. Der Ball besteht laut Angaben aus vier großen Flächen, hat deutlich weniger Nähte und Kanten als frühere Modelle und soll mit langen, millimetertiefen Gräben und Reliefs mehr Luftreibung erzeugen.
Genau diese Bauweise macht den Trionda für Spieler, Torhüter und Fans interessant. Die WM 2026 wird in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen, also unter Bedingungen, die von Meereshöhe bis in große Höhen reichen. In Mexiko-Stadt wird in 2.240 Metern gespielt, und Solène Störmann betonte, diese unterschiedlichen Voraussetzungen machten den Ball zum meistgetesteten Fußball der Welt.
Die Debatte erinnert an den Jabulani von 2010, der mit acht Panels auskam und bei der WM wegen seiner unberechenbaren Flugbahn berüchtigt wurde. Früher bestanden Fußbälle meist aus 32 einzelnen Teilen. Dass Adidas nun auf ein stark vereinfachtes Design setzt, soll zwar Kontrolle bringen, nährt aber auch die Sorge, der Ball könne sich im Spiel anders verhalten als erwartet.
Der Physiker Eric Goff sieht diese Gefahr jedoch nicht in derselben Schärfe. Er sagte der Süddeutschen Zeitung, er glaube nicht, dass der Trionda flattert, auch wenn er sich wohl etwas anders als andere Fußbälle verhalten werde. Damit bleibt die wichtigste Frage bis zum ersten Anpfiff offen: Ob der Ball, der vor dem Turnier so genau vermessen und getestet wurde, am Ende wirklich glatt durch die Luft geht oder doch Erinnerungen an 2010 weckt.
Während die technische Debatte läuft, hat die WM längst auch abseits des Rasens Nebenwirkungen. Neuseeland verlor am Dienstag in Fort Lauderdale mit 0:4 gegen Haiti, und Tim Payne, von Valen Scarsini als der unbekannteste Spieler der WM ausgewählt, stand plötzlich im Zentrum einer völlig anderen Aufmerksamkeit. Seine Followerzahl stieg am Mittwoch von rund 4.000 auf über 4,7 Millionen.
Payne spielte für die All Whites, die mit rund 5,3 Millionen Einwohnern aus einem Land kommen, in dem ein einzelnes Spiel kaum weniger beachtet werden könnte. Am kommenden Samstag steht in Tampa gegen England die Generalprobe an. Für die WM selbst bleibt der Trionda der eigentliche Prüfstein: Erst dann zeigt sich, ob der Ball die Kontrolle verspricht, die ihm vorab zugeschrieben wird.

