Österreich hat seinen letzten WM-Test am Montag in Wien 1:0 gegen Tunesien gewonnen, obwohl Konrad Laimer in der 37. Minute nach einer VAR-Überprüfung wegen Handspiels als letzter Mann vom Platz gestellt wurde. Marcel Sabitzer entschied die Partie in der 63. Minute und hielt die Österreicher damit auf Kurs für den ersten WM-Auftritt seit 28 Jahren.
Für Ralf Rangnick ist dieser Sieg genau deshalb wichtig, weil er nicht nur das Resultat liefert, sondern auch ein belastbares Bild vor dem Turnier zeigt: Österreich geht mit drei Siegen aus drei Testspielen in die heiße Phase. Vor 35.100 Zuschauerinnen und Zuschauern im Ernst-Happel-Stadion wirkte die Mannschaft lange gefordert, und doch blieb sie stabil genug, um den Vorsprung nach Sabitzers Treffer zu verteidigen.
Die Partie hatte einen Moment, in dem sie kippen konnte. Tunesien traf gleich dreimal Aluminium, Hannibal per Freistoß in der 12. Minute die Latte, Firas Chaouat in der 18. Minute den Pfosten und Ben Slimane später ebenfalls den Pfosten. Österreich überstand diese Phasen mit viel Arbeit gegen den Ball und ohne die Art von Sicherheit, die ein 1:0 oft vorgaukelt. Der Sieg war hart erkämpft, nicht souverän.
Hinzu kam die personelle Unsicherheit schon vor dem Anpfiff. Christoph Baumgartner spürte einen Stich im Oberschenkel und stand nicht in der erwarteten Startelf, was Rangnick vor einer Woche vor dem ersten WM-Spiel noch mehr Antworten abverlangt. Der Trainer selbst sagte im Kern, man könne davon ausgehen, dass es weitgehend jene Elf sei, die auch gegen Jordanien spielen könne.
Marko Arnautovic spielte an diesem Abend sein letztes Spiel im Ernst-Happel-Stadion, ein stiller Schlusspunkt in einem Stadion, das Österreich seit Jahren begleitet. Nach zwei freien Tagen reist das Team nach Kalifornien weiter, bevor es am 17. Juni um 6.00 Uhr MESZ in Santa Clara gegen Jordanien beginnt. Genau dort wird sich zeigen, ob Rangnicks Mannschaft den Münchner Abend als Warnung und als Bestätigung zugleich mitnimmt: Sie kann gewinnen, auch wenn die Partie gegen sie läuft.

