Der Grammy des Dalai Lama wird am Mittwochmorgen in Dharamsala offiziell überreicht. Ustad Amjad Ali Khan will um 9.30 Uhr mit Amaan Ali Bangash und Ayaan Ali Bangash in seinem Büro eintreffen, um die Trophäe persönlich zu übergeben.
Für Rufus Wainwright war das Signal längst gesetzt: Er nahm den Preis im Februar bei der per YouTube gestreamten Zeremonie im Namen des Dalai Lama entgegen. Nun bekommt der Geistliche die Auszeichnung für das Album Meditations: The Reflections Of His Holiness The Dalai Lama erstmals formell in die Hand.
Gewonnen hat es in der Kategorie Best audio book, Narration, and Storytelling Recording. Das Werk verbindet die Gedanken des Dalai Lama zu Mitgefühl, Frieden, Achtsamkeit und der Einheit der Menschheit mit indischer klassischer Musik und ist damit eine Zusammenarbeit, die spirituelle Reflexion und musikalische Tradition direkt miteinander verknüpft.
Dass die Übergabe in Dharamsala stattfindet, verleiht dem Termin zusätzliches Gewicht. Der Dalai Lama lebt dort seit dem 10. März 1960 im Exil, nachdem er am 17. März 1959 aus Tibet nach Indien geflohen war, als China den Aufstand dort niederschlug. Zuvor hatte er nach seiner Ankunft in Indien etwa ein Jahr in Mussoorie in Uttarakhand gelebt.
Gerade dieser Ort macht den Moment ungewöhnlich. Ein Grammy für ein Werk über Frieden und menschliche Verbundenheit wird in einem Land offiziell überreicht, das seit Jahrzehnten auch die Heimat des Dalai Lama im Exil ist. Indien ist heute zudem Wohnort von rund 1,00,000 Tibetern und der Exilregierung. Ob der Dalai Lama bei der Übergabe selbst sprechen wird, ist offen; sicher ist nur, dass Khan und seine Söhne am Mittwochmorgen vor Ort sein sollen.
