Gheorghe Hagi steht am Dienstagabend in Tiflis zum ersten Mal seit seiner Rückkehr wieder als Trainer von Rumänien an der Seitenlinie, wenn sein Team im Mikheli-Meskhi-Stadion gegen Georgia antritt. Für Rumänien ist es der Beginn einer neuen Ära, für Georgia das erste von zwei Freundschaftsspielen in diesem Monat.
Dass genau dieses Georgia vs Duell jetzt gesucht wird, hat mit Hagi selbst zu tun. Er kehrte am 20. April für eine zweite Amtszeit zurück, nachdem er Rumänien schon 2001 für vier Spiele betreut hatte. Nun wartet auf ihn der erste Härtetest gegen eine Mannschaft, die zuletzt mit 2:0 gegen Litauen gewonnen und damit eine Serie von fünf Spielen ohne Sieg beendet hat.
Georgia geht mit einer eigenen Geschichte in die Partie. Das Team schloss die WM-Qualifikation 13 Punkte hinter Spanien und 10 hinter der Türkei ab, gewann nur vier seiner vergangenen 14 Pflichtspiele und hat in seiner gesamten Geschichte erst ein einziges großes Turnier erreicht, als unter Willy Sagnol vor zwei Jahren die K.-o.-Runde der Europameisterschaft erreicht wurde. Gegen Rumänien gibt es zudem einen kleinen historischen Anreiz: Georgia gewann das bislang letzte direkte Duell vor fünf Jahren in Ploiesti mit 2:1, durch Treffer von Georges Mikautadze und Giorgi Aburjania.
Für Rumänien ist der Abend trotzdem kein gewöhnlicher Test. Nach Mircea Lucescus Rücktritt am 2. April und seinem Tod fünf Tage später beginnt ein neues Kapitel mit Hagi, doch der Neustart kommt mit einem Makel: Rumänien ist in seinen vergangenen fünf Auswärtsspielen sieglos geblieben, hat dabei 11 Gegentore kassiert und nur vier Treffer erzielt. Das ist der Hintergrund, der die Reise nach Tiflis schwerer macht, als ein Freundschaftsspiel auf dem Papier klingt.
Auch personell gibt es vor dem Anpfiff noch Fragen. Khvicha Kvaratskhelia gilt für Dienstag als unwahrscheinlich, während Giorgi Mamardashvili und Georges Mikautadze voraussichtlich für Georgia beginnen. Auf rumänischer Seite dürfte Radu Dragusin die Defensive anführen, Louis Munteanu im Zentrum stürmen, weil Daniel Birligea verletzt fehlt, und Dennis Man sowie Ianis Hagi die Angriffsreihe ergänzen. Für Rumänien ist Tiflis damit mehr als ein Test: Es ist der erste Blick darauf, ob Hagi eine Mannschaft mitnimmt, die auswärts zuletzt keine Sicherheit fand. Für Georgia ist es die Chance, vor heimischem Publikum einen Gegner zu schlagen, den es seit dem 2:1 in Ploiesti nicht mehr bezwungen hat.

