Was am Sonntagabend auf dem Bodensee wie ein klarer Notfall klang, endete am Montagmorgen erst einmal mit einer Entwarnung – und nur wenige Stunden später mit einem toten Fund im Wasser. Ein Passagier einer Fähre zwischen Meersburg und Konstanz hatte gemeldet, eine Frau sei über Bord gegangen. Kurz darauf wurde nahe Güttingen auf der Schweizer Seite eine tote Frau im Bodensee entdeckt.
Genau deshalb suchen viele Leser jetzt nach Vol.at: Der Vorfall verband einen großen Rettungseinsatz mit einer offenen Frage, die sich nicht sofort beantworten ließ. Die Polizei hatte den ursprünglichen Alarm zunächst als Fehlalarm eingestuft, doch nach dem Leichenfund blieb unklar, ob die Tote die Frau war, die der Zeuge auf der Fähre gesehen haben wollte.
Der erste Hinweis kam von einem Fahrgast, der am Sonntagabend auf der Strecke zwischen Meersburg und Konstanz eine Frau im Wasser gesehen haben will. Die Suchmannschaften arbeiteten sich danach stundenlang durch den Bodensee rund um den Fährhafen Konstanz-Staad. Neun Boote von DLRG, Feuerwehr und Wasserschutzpolizei waren im Einsatz, dazu ein Polizeihubschrauber, mehrere Drohnen und ein Wasserortungshund. Trotzdem blieb die Suche zunächst ohne Erfolg.
Am Montagmorgen ging die Polizei dann davon aus, dass der Hinweis nicht auf einen tatsächlichen Sturz ins Wasser zurückging. Ermittler hielten es für möglich, dass der Zeuge die Geräusche und die Bewegung einer Bugwelle mit dem Fallen einer Person verwechselt hatte. Diese Einschätzung stand jedoch nur wenige Stunden im Raum. Danach wurde eine tote Frau im Wasser bei Güttingen gefunden und von Rettungskräften geborgen.
Damit war der Fall nicht erledigt, sondern komplizierter als zuvor. Ein Polizeisprecher stellte die entscheidende Frage offen: Handelt es sich bei der Toten um die Frau? Bislang gibt es darauf keine Antwort. Die Frau ist noch nicht identifiziert, Ausweispapiere wurden nicht gefunden, und die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Auch die Todesursache ist weiter unklar.
Der Einsatz auf dem Bodensee zeigt damit vor allem eines: Aus einem gemeldeten Fehlalarm ist binnen eines Tages ein Todesfall geworden, der noch immer nicht erklärt ist. Für die Ermittler bleibt jetzt zuerst zu klären, wer die Frau in dem See war. Erst danach lässt sich sagen, ob der Passagier auf der Fähre tatsächlich einen tödlichen Vorfall gesehen hat oder ob zwei getrennte Ereignisse zufällig ineinandergriffen.

