Die österreichische Nationalmannschaft hat Alexander Manninger vor dem Testspiel gegen Tunesien im Ernst-Happel-Stadion verabschiedet. Der frühere ÖFB-Tormann erhielt damit einen öffentlichen Abschied an einem Abend, an dem die Nationalelf eigentlich sportlich im Mittelpunkt stand.
Für viele im Stadion bekam der Moment erst durch Sebastian Prödl seine ganze Schwere. Der langjährige Teamkollege wandte sich an die Angehörigen des 73-fachen Teamspielers und wünschte Manningers Frau und seinen beiden Söhnen Kraft für diese schwierige Zeit. Prödl nannte den verstorbenen Keeper einen verlässlichen Tormann, einen großartigen Menschen, einen Freund und ein Vorbild. Er sagte auch, Manninger sei jemand gewesen, auf den man immer zählen konnte, und die Mannschaft werde seine Hilfsbereitschaft, Leidenschaft und seine besondere Art vermissen.
Dass dieser Abschied nun öffentlich stattfand, hängt direkt mit dem Tod des ehemaligen Nationalteam-Torhüters zusammen. Manninger war am 16. April gestorben, als ein Lokalzug sein Auto an einem ungesicherten Bahnübergang nahe Nußdorf erfasste. Die Nationalmannschaft setzte ihm nun vor einem Länderspiel ein sichtbares Zeichen der Erinnerung, nicht im stillen Kreis, sondern vor Spielern, Betreuern und Stadionpublikum.
Genau darin lag die Härte des Abends: Ein Moment der Anerkennung traf auf die nüchterne Realität eines plötzlichen Unfalls. Das Publikum sah einen Abschied, der nicht nur eine Fußballkarriere würdigte, sondern auch den Verlust eines Mannes, der für seine Familie im Mittelpunkt stand. Weitere offizielle Gedenkpläne wurden an diesem Abend nicht bekannt. Vorläufig blieb der Auftritt im Ernst-Happel-Stadion der zentrale öffentliche Abschied für Alexander Manninger.

