Österreich bestreitet am Montag um 20.45 Uhr im Wiener Ernst-Happel-Stadion sein letztes Heimspiel vor der Weltmeisterschaft. Gegen Tunesien will Ralf Rangnick drei Tage vor dem Abflug in die USA noch einmal sehen, wie weit sein Team für das Auftaktmatch gegen Jordanien ist.
Der Teamchef sucht dabei nicht nur einen Sieg, sondern vor allem letzte wichtige Eindrücke. Die Partie ist als Generalprobe angelegt, weil Rangnick die Tunesier bewusst als Gegner gewählt hat: Jordanien spielt nach seiner Einschätzung ähnlich, kontert gern und verteidigt aus einem tiefen Block. Deshalb werde die Startaufstellung gegen Tunesien deutliche Rückschlüsse auf das WM-Spiel zulassen, sagte er. Man könne davon ausgehen, dass weitestgehend jene Elf beginne, die auch gegen Jordanien spielen könnte.
Für Österreich ist das Duell auch deshalb bedeutsam, weil es vor der Endrunde nur noch wenige Möglichkeiten für Länderspiele gibt. Der geplante Test gegen Guatemala am 11. Juni in der Nähe von Los Angeles wurde abgesagt, und genau das hilft der Vorbereitung sogar, wie Rangnick betonte. Er sagte, die Absage wirke sich eher positiv aus, weil sie dem Team zwei mehrstündige Busfahrten von Santa Barbara in den Großraum Los Angeles erspare. Damit bleibt Tunesien der letzte Gradmesser, ehe es ernst wird.
Rangnick will gegen den Weltranglisten-44. möglichst nah an der späteren WM-Form bleiben, ohne das Spiel zu überziehen. Zur Pause soll es den einen oder anderen Wechsel geben, weitere Rotationen könnten im Verlauf folgen. Zugleich soll das Team seine Grundidee nicht verlieren, denn, wie der Trainer sagte, könne man bei dieser Spielweise kein Spiel bestreiten, ohne sie auf den Platz zu bringen. Harte Zweikämpfe erwartet er zwar, aber ohne unnötiges Risiko: Die Spieler seien dafür zu clever.
Tunesien reist ebenfalls mit klarer Zielsetzung nach Wien. Die Mannschaft von Sabri Lamouchi, seit Jänner Teamchef, testet am 6. Juni noch gegen Belgien und trifft bei der WM auf Schweden, Japan und die Niederlande. Die Nordafrikaner qualifizierten sich mit neun Siegen und einem Unentschieden aus zehn Spielen für die Endrunde in Nordamerika, schieden beim jüngsten Afrikacup aber im Achtelfinale aus. Für Österreich, aktuell auf Rang 24 geführt, bleibt das Spiel damit mehr als ein freundschaftlicher Termin: Es ist der letzte Heimcheck vor dem 17. Juni um 6.00 Uhr MESZ gegen Jordanien, an dem sich zeigen wird, ob die erwartete Startelf schon bereit ist.

