Heftige Gewitter haben am Sonntag in mehreren Bundesländern Österreichs eine ganze Kette an Einsätzen ausgelöst. Feuerwehr und Wasserrettung waren zugleich in Oberösterreich, Salzburg, Niederösterreich und Teilen der Obersteiermark unterwegs, nachdem eine Gewitterlinie von Deutschland herübergezogen war und Starkregen sowie Sturmböen brachte.
Besonders in Niederösterreich spitzte sich die Lage zu: Dort mussten die Feuerwehren rund 140 Mal ausrücken. Auf der Westautobahn kam es zu Unfällen, weil umgestürzte Stämme die Fahrbahn blockierten und mehrere Autos trafen; nach ersten Informationen wurde dabei niemand schwer verletzt. In Pfaffenschlag im Bezirk Waidhofen wurde die Lenkerin eines Autos leicht verletzt, als ein Baum auf ihr Fahrzeug stürzte.
Die Gewitter trafen am selben Tag auch Infrastruktur und öffentliche Sicherheit an mehreren anderen Orten. Ein Blitz setzte den Turm von Schloss Dobersberg in Brand, woraufhin mehrere Feuerwehren aus umliegenden Gemeinden das Feuer von einer Drehleiter aus bekämpften. Atemschutztrupps suchten anschließend das Innere des Turms nach weiteren Glutnestern ab, ehe schließlich Brand aus gegeben werden konnte.
In den Bezirken Amstetten und Scheibbs rissen Windböen Bäume aus dem Boden und blockierten Straßen. Im Bezirk Scheibbs ging infolge der intensiven Niederschläge eine Mure ab. In St. Valentin stürzte ein Baum auf eine Oberleitung der Bahn und löste einen Brand aus; ein Zug musste auf freier Strecke anhalten. In Ernsthofen wurden mehrere Menschen aus Gewässern geborgen, und eine Gewitterfront über dem Bezirk Amstetten war binnen 20 Minuten für hunderte Notrufe und 50 Feuerwehreinsätze verantwortlich.
Auch in der Steiermark blieb es nicht ruhig. Über den Bezirk Leoben zog Starkregen mit heftigen Sturmböen, und am Nachmittag musste der Wilde Berg Mautern evakuiert werden. Insgesamt wurden 387 Menschen in Sicherheit gebracht. Knittelfeld wurde nach den Unwettern des Vortags erneut von Sturmböen und Starkregen heimgesucht, was zeigt, wie stark die Region binnen kurzer Zeit unter Druck geriet.
Im Salzburger Seengebiet mussten am Wallersee und Mattsee mehrere Boote geborgen werden, am Fuschlsee sank ein Segelboot teilweise. Zwischenzeitlich galten dort einige Wassersportler als vermisst, später wurden sie wohlauf aufgefunden. Am Wolfgangsee und Mondsee wurden ebenfalls kleinere Boote geborgen, sieben Ortsstellen der Wasserrettung im Flachgau standen im Einsatz. In Kitzbühel wurde nach einem kurzen, aber heftigen Unwetter eine Frau von einem abgebrochenen Ast getroffen und verletzt; sie kam ins Krankenhaus St. Johann in Tirol.
Aus Vorarlberg kam schließlich noch ein weiterer Schaden: Ein Blitz löste dort einen Stromausfall aus, von dem 590 Haushalte in Gaißau und Teilen von Höchst betroffen waren. Dass die Bilanz trotz der vielen Feuerwehreinsätze, Unfälle und Evakuierungen nicht noch schwerer ausfiel, ändert wenig daran, wie breit die Gewitterfront am Sonntag zuschlug. Für die Nacht zum Montag kündigte die Wetterredaktion bereits die nächste Front von Bayern her an, die vor allem von Vorarlberg bis Oberösterreich erneut intensiven Regen bringen dürfte.

