Der Sieg von Tennessee über Texas Tech bei der Women’s College World Series geriet am 30. Mai in Oklahoma City schnell zur Nebensache, als Taylor Pannell nach dem Spiel Karen Weekly vorwarf, ihr in der Handshake-Reihe einen Seitenhieb mitgegeben zu haben. Am nächsten Tag verschob ein von gezeigtes Video die Debatte noch weiter: Zu sehen war Weekly mit einem High-Five und den Worten „good game“ – sonst nichts.
Genau deshalb suchen viele jetzt nach Abc und nach dem Namen Pannell. Das Spiel im Devon Park war schon für sich ein Ereignis, ein Zwei-Extrinnings-Krimi mit vier All-American-Pitcherinnen und einem Walk-off-Home-Run von Emma Clarke. Doch statt des Klassikers blieb vor allem der Streit über einen kurzen Moment nach dem letzten Aus zum Gesprächsthema, und der verbreitete sich sofort in den sozialen Medien.
Pannell, die nach einem Saisonende durch eine Verletzung als Freshman drei Jahre in Tennessee verbrachte, sagte, Weekly habe in der Begrüßungsreihe nicht einfach „good game“ gesagt, sondern ihr vorgeworfen, sie habe einen Fehler gemacht. Weekly wies das in ihrer Pressekonferenz zurück und sagte, sie sage zu jeder Spielerin „Good game, like I say to every player. Good game.“ Später legte sie nach und nannte die Behauptung „an outright lie“.
Die Sache bekam zusätzlichen Zündstoff, weil die Begegnung ohnehin schon aufgeladen war. Pannell war von Tennessee nach Texas Tech gewechselt, und das hatte zuvor bereits Unruhe ausgelöst, nachdem Weekly öffentlich über das Thema und über angebliches Werben um Spielerinnen gesprochen hatte. Das Match selbst wurde seit dem vergangenen Juni herbeigeschrieben; als die Teams dann in Oklahoma City aufeinandertrafen, lieferten sie auch auf dem Feld ein Spiel, das seinem Ruf gerecht wurde.
Der Widerspruch zwischen Erinnerung und Video dürfte die Angelegenheit eher verschärfen als beruhigen. Pannell sagte nach dem Spiel, sie solle sich lieber mit ihrem Team freuen und es sei seltsam, dass Weekly sich noch damit befasse; Weekly wiederum sagte, sie habe Pannell in der Reihe nicht einmal richtig zuordnen können und sei an ihr vorbeigegangen wie an den anderen Spielerinnen. Was bleibt, ist ein Streit über Sekunden nach einem großen Spiel – und die Frage, warum diese Sekunden für beide Seiten so verschieden aussehen.

