David Moyes hat neue Details darüber preisgegeben, wie Sir Alex Ferguson im Sommer 2004 Wayne Rooney zu Manchester United holen wollte. Der damalige Everton-Trainer sagte, Ferguson habe ihn im Haydock Thistle Hotel getroffen und unmissverständlich erklärt: Er wolle Rooney.
Moyes machte klar, dass er den Stürmer nicht ziehen lassen wollte. Aber in diesen Wochen war Rooney längst mehr als ein vielversprechender Teenager aus Everton: Der 18-Jährige hatte sich unter Moyes in die erste Mannschaft gespielt und in der Saison 2002/03 in 37 Ligaspielen acht Tore erzielt, bevor er im folgenden Jahr in 40 Einsätzen neun Treffer und vier Vorlagen nachlegte. Genau deshalb griff United so früh an, und genau deshalb wird der Name Everton bis heute mit einem Transfer verbunden, der die Premier League veränderte.
Der Druck auf Everton kam nicht aus dem Nichts. Rooney hatte sich bei der Europameisterschaft 2004 endgültig ins Blickfeld Europas geschossen, vier Tore in vier Spielen erzielt und England in das Viertelfinale getragen, ehe er sich gegen Portugal den Fuß brach und die Auswahl im Elfmeterschießen ausschied. Rooney sagte später selbst, Ferguson habe eigentlich noch ein Jahr warten wollen, doch seine Leistungen im Turnier hätten den Wechsel im Sommer 2004 unausweichlich gemacht.
Fergusons zweiter Anruf kam nach Moyes’ Darstellung drei oder vier Wochen später. Er wollte sich wieder am selben Ort treffen, weil er Rooney weiter im Blick hatte und sich die Lage inzwischen verändert habe. Moyes blieb dabei, dass der Spieler nicht zum Verkauf stand, fragte aber zugleich, ob United ihn wenigstens nicht an Chelsea oder einen anderen Rivalen verlieren lasse. Am Ende setzte sich Manchester United in diesem Rennen durch und holte Rooney aus Everton.
Was dann folgte, machte den Transfer erst recht zu einem der prägenden Deals des englischen Fußballs. Rooney verbrachte 13 Spielzeiten in Old Trafford, erzielte 253 Tore und bereitete 143 weitere vor. Er wurde Manchester Uniteds Rekordtorschütze, gewann 16 Titel, darunter fünf Meisterschaften und die Champions League. Für Everton bleibt von diesem Sommer vor allem das Gefühl, einen Spieler verloren zu haben, der gerade erst dabei war, aus der eigenen Jugend heraus eine ganze Ära zu beginnen.

