Marta Kostiuk geht an diesem Donnerstag um 11:00 Uhr mit einer klaren Ansage in ihr Roland-Garros-Viertelfinale gegen Iga Świątek: Sandra Zaniewska sieht die Weltranglistenführende als Favoritin. Die Trainerin lobte zugleich die Form ihrer Spielerin und machte deutlich, dass die Ukrainerin nicht als Außenseiterin auf die Anlage in Paris kommt, sondern als jemand, der sich seinen Platz im späten Turnierverlauf hart erarbeitet hat.
Genau deshalb suchen Leserinnen und Leser heute nach Marta Kostiuk: Es ist ihr Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier, und die Frage ist nicht mehr, ob sie mithalten kann, sondern wie sie sich gegen die Frau behauptet, die auf Sand als Maßstab gilt. Zaniewska sagte, Świątek finde in den vergangenen Wochen wieder besser in ihren Rhythmus und spiele immer stärker. Zugleich betonte sie, Kostiuk habe lange kein Sandplatzmatch verloren, während Świątek auf der roten Asche die „Königin“ sei.
Die Trainerin zeichnete damit ein Bild, das die Ausgangslage scharf genug macht. Einerseits steht Kostiuk nach einer starken Serie auf Sand vor dem größten Test ihres Turniers. Andererseits wartet mit Świątek eine Gegnerin, die auf diesem Belag praktisch jede Debatte über Favoritinnen mitbestimmt. Zaniewska sprach von einem „sehr interessanten Match-up“ und sagte trotzdem offen: Für sie sei Świątek die Favoritin.
Für Kostiuk ist das nicht nur ein taktisches, sondern auch ein körperliches Thema. Während des Turniers musste sie in einem langen Zweitrundenmatch zur Mittagszeit unter heißen Bedingungen bestehen. Zaniewska sagte, die Spielerin sei dafür gut vorbereitet gewesen. In jedem Match habe Kostiuk Wege gefunden, Punkte zu gewinnen und Siege abzusichern. Das sei bislang im Kern die Geschichte ihres Turniers gewesen: nicht spektakulär, sondern verlässlich genug, um in Paris weiterzukommen.
Gleichzeitig deutete die Trainerin an, dass das Team nicht auf eine große Sonderlösung für Świątek setzt. „Ehrlich gesagt, wir haben nie darüber gesprochen“, sagte Zaniewska mit Blick auf ein mögliches Finale in Paris. Stattdessen habe man nach dem vorherigen Match in der ersten Trainingseinheit daran gearbeitet, was direkt danach wichtig war, und den Plan für die nächste Aufgabe vorbereitet. Für Kostiuk ist das ein nüchterner Weg in ein Duell, in dem die Favoritin klar benannt ist, die Form aber alles andere als einseitig wirkt.
Am Donnerstag um 11:00 Uhr wird sich zeigen, ob diese Mischung aus Ruhe, Arbeit und Form reicht, um Świątek im Viertelfinale ernsthaft zu gefährden. Für Kostiuk ist es der bisher größte Prüfstein ihres Turniers. Für Świątek ist es die nächste Gelegenheit, ihre Stellung auf Sand zu behaupten.

