Vor dem Nemesio Diez begann der Tag nicht mit Anpfiff, sondern mit Erwartung: Toluca und Tigres trafen im Finale der Concacaf Champions Cup 2026 aufeinander, und für die Gastgeber stand mehr auf dem Spiel als nur ein Pokal. Toluca war nur noch ein Spiel davon entfernt, den Wettbewerb zum ersten Mal seit 2003 zu gewinnen.
Genau deshalb wird an diesem Tag in Toluca nach dem Klub gesucht. Ein Sieg hätte den langen Abstand seit dem letzten Concachampions-Titel beendet und dem Verein zugleich den Weg zum Mundial de Clubes geöffnet. Für viele Fans war das auch ein Urteil über das Projekt von Antonio Mohamed, der vor etwas mehr als einem Jahr gekommen war, um Toluca wieder in die Titelzone zu führen. Unter ihm endete die 15-jährige Durststrecke ohne Liga-MX-Meisterschaft, und der Klub holte erstmals ein Bicampeonato in kurzen Turnieren.
Am Stadion zeigte sich schon vor dem Spiel, wie gespalten die Anhänger waren. Einige wollten, dass Mohamed über seinen Vertrag hinaus bleibt; dieser soll eine Klausel enthalten, die eine vorzeitige Trennung in diesem Sommer erlaubt. Andere sagten, er habe seine Aufgabe schon erfüllt und Toluca müsse ohne ihn weitermachen. Auch darüber stritten die Fans, ob der Klub besser auf einen dritten Liga-Titel in Serie gesetzt hätte oder ob der internationale Weg der richtige war, gerade weil er im Fall eines Erfolgs die Tür zur Klub-WM öffnet.
Alexis war auf dem Weg zum Nemesio Diez, als er Mohamed als großen Trainer bezeichnete und sagte, der „Turco“ werde Toluca die Concacaf holen. Er sagte auch, Mohamed müsse unbedingt bleiben, weil er das Bicampeonato gebracht habe und nun auch diesen Titel gewinne. Andere Stimmen klangen nüchterner. Mónica nannte Mohamed einen Mann der Siege, sagte aber auch, der Rojo müsse notfalls ohne ihn weitermachen. Christian meinte, der Verein habe genug Qualität gehabt, um beide Ziele anzugehen, doch am Ende liege die Entscheidung bei denen, die das Team führen.
Hinzu kam, dass Toluca an diesem Abend nicht in Bestbesetzung antreten konnte. Alexis Vega und Jesús Gallardo waren mit der mexikanischen Nationalmannschaft in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft. Fans sagten zwar, Toluca werde Vega vermissen, könne aber trotzdem ohne ihn spielen. Genau an diesem Punkt wurde das Finale noch einmal größer: Es ging nicht nur um die Mannschaft, die auf dem Platz stand, sondern auch um die Frage, wie viel vom Erfolg des Klubs an Mohamed hängt und was von seinem Werk bleibt, wenn dieser Sommer vorbei ist.
Was jetzt folgt, ist doppelt klar: das Ergebnis des Finales gegen Tigres und die offene Frage, ob Mohamed nach dieser Saison bleibt. Für Toluca konnte dieser Abend entweder die Rückkehr an die Spitze im Norden wie im eigenen Stadion besiegeln oder den Beginn einer neuen Debatte einläuten, wie man ein Team nach einem Trainer weiterführt, der ihm schon mehr gegeben hat, als viele erwartet hatten.

