Am 31. Mai 2026 erscheint am Himmel ein Blue Moon, und zwar zugleich als Mikromond. Es ist der zweite Vollmond im Mai, nachdem der erste schon am 1. Mai zu sehen war.
Für Himmelsbeobachter ist das ein seltener Termin mit zwei Besonderheiten auf einmal. Ein Blue Moon im heutigen Sprachgebrauch ist der zweite Vollmond innerhalb eines Kalendermonats, und solche Ereignisse treten im Schnitt nur alle zwei bis drei Jahre auf. Wer nach dem Begriff sucht, landet schnell bei der Frage, warum dieser Vollmond so heißt – und warum er trotz des Namens nicht blau aussieht.
Der Grund liegt in der Geschichte des Ausdrucks. Der ursprünglichere Gebrauch meinte einen zusätzlichen Vollmond innerhalb einer Jahreszeit; wenn es ausnahmsweise vier Vollmonde in einer Jahreszeit gibt, wird der dritte davon als Blue Moon bezeichnet. Erst später setzte sich die heutige astronomische Bedeutung durch, nachdem der Amateurastronom James Hugh Pruett im Jahr 1946 eine ältere Erklärung falsch deutete. So entstand aus einer fehlerhaften Vereinfachung eine Definition, die sich bis heute hält.
Der Name klingt spektakulär, der Anblick meist nicht. Ein Blue Moon sieht normalerweise aus wie jeder andere Vollmond und ist nicht blau gefärbt. Gerade darin liegt der Widerspruch, der den Begriff so hartnäckig macht: Er beschreibt Seltenheit, nicht Farbe. Dass der Mond am 31. Mai 2026 zugleich als Mikromond auftritt, verstärkt den Reiz des Datums noch einmal, weil der Vollmond damit auch der kleinste des Jahres ist.
Der nächste angekündigte Blue Moon folgt erst am 31. Dezember 2028. Wer den Termin im Kalender markiert, bekommt also nicht nur ein seltenes Himmelsereignis, sondern auch einen weiteren Beleg dafür, wie eng Astronomie und Sprachgeschichte miteinander verwoben sind. Ein ausführlicher Überblick zum Vollmond 2026 und zum Vollmond im Mai 2026 ordnet die Beobachtung zusätzlich ein.

