Jürgen Klinsmann hat Deutschland vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ein klares Ziel gesetzt: Nur der Titel zählt. Der frühere Bundestrainer sagte der Rheinischen Post, die Zielvorgabe könne für Deutschland nur Weltmeister heißen.
Klinsmann, 61, richtet seine Kritik direkt an den DFB und an eine Haltung, die er für zu klein hält. Mit Blick auf das Turnier vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada sagte er, man müsse immer den WM-Titel im Visier haben. Ein Aus vor dem Finale oder eine Niederlage im Elfmeterschießen könne man besprechen, aber ein weiteres Viertelfinale als Erfolg zu verkaufen, sei der komplett falsche Ansatz.
Genau deshalb bekommt seine Wortmeldung jetzt Gewicht. Die WM 2026 rückt näher, und Klinsmann nutzt diese Phase, um Deutschlands Anspruchsdenken zu attackieren. Er sagte, ihn habe auch geschockt, wie nach der Heim-Europameisterschaft 2024 über das Ausscheiden gesprochen worden sei. Für ihn ist das ein Zeichen dafür, dass sich die Maßstäbe verschoben haben.
Seine Warnung stützt sich auf eine Erinnerung, die bei ihm bis heute sitzt. Klinsmann erinnerte an das WM-Aus 1994 gegen Bulgarien, als Deutschland aus seiner Sicht deutlich geschlagen wurde und die Mannschaft sich wochenlang nicht in die Öffentlichkeit traute. Damals sei nach der Niederlage gegen Berti Vogts hart abgerechnet worden, sagte er. Heute sieht er die Gefahr eher darin, dass ein Viertelfinal-Aus zu schnell als ordentliche Leistung eingeordnet wird.
Gleichzeitig zieht Klinsmann eine zweite Grenze. Die politische Debatte über das Gastgeberland USA dürfe nicht über dem sportlichen Fokus stehen, sagte er. In Russland und besonders in Katar sei in Deutschland vieles schlechtgeredet worden; das habe die Mannschaft praktisch bestraft. Wenn sich Mannschaft und Fans auf Fußball konzentrierten, werde es eine wundervolle Erfahrung, sagte Klinsmann. Wie der DFB auf diese Mahnung reagiert, ist offen. Fest steht nur: In der Vorbereitung auf die WM wird sich zeigen, ob Deutschland seinen Anspruch wieder an Klinsmanns Maßstab misst.

