Formel 1 prüft, ob einzelne Grands Prix ab 2027 kürzer werden sollen, damit die Serie mit den geplanten Änderungen an den Motorregeln zurechtkommt. Der konkrete Auslöser ist simpel: Der neue Mix aus Verbrennungs- und Elektroleistung soll auf etwa 60-40 verschoben werden, und das erhöht den Kraftstoffverbrauch.
Genau deshalb wird die Frage jetzt laut. Wenn die Autos unter dem neuen Paket mehr Sprit brauchen, reichen die bisherigen Lösungen nicht überall aus. Für Teams, die ihren aktuellen Chassis-Entwurf in die nächste Saison mitnehmen wollen, könnte das bedeuten, dass größere Tanks nötig werden, um die 310K-Distanz zu schaffen. Besonders wichtig ist das für die Rennen, in denen der Verbrauch am höchsten ist.
Alan Permane beschrieb die Idee als vergleichsweise naheliegend. „I think that’s a very straightforward one“, sagte er. Nach seinen Worten hätten die Teams auf Teamebene bereits darüber gesprochen, ausgewählte Rennen notfalls um ein oder zwei Runden zu verkürzen, falls jemand seinen Chassis beibehalten wolle und er nicht ganz groß genug sei, um die 310K zu fahren. Auch die Anzahl der Vorstart-Runden zur Startaufstellung könnte auf eine Runde begrenzt werden.
Der Eingriff wäre gezielt und würde nicht den gesamten Rennkalender betreffen. Gerade das macht ihn so heikel. Formel 1 hat die 50-50-Aufteilung zwischen Verbrennung und Elektro lange als zentrales Merkmal ihrer Regeln verkauft, doch die neue 60-40-Idee verschiebt das Gleichgewicht zugunsten des Verbrenners. Was als technische Weiterentwicklung gedacht ist, zieht damit eine ganz praktische Folge nach sich: mehr Verbrauch, mehr Tankbedarf und im Zweifel weniger Rennrunden.
Auch der McLaren-Teamchef machte deutlich, dass solche Anpassungen mehr sind als ein Randthema. Regeln wie eine Kürzung der Renndistanz seien „are enablers that are part of this proposal that make this proposal achievable“, sagte er. Die 60-40-Variante sei „for the good of the sport“, fügte er hinzu, weil das allgemeine Interesse über dem einzelnen liegt und die Formel 1 damit in eine stärkere Position gebracht werden solle.
Offen bleibt, welche Grands Prix tatsächlich betroffen wären. Formel 1 hat bislang nicht bestätigt, welche Rennen gekürzt würden oder wann der Vorschlag endgültig beschlossen wird. Klar ist nur, dass die Serie die Folgen ihrer neuen Motorenordnung nicht allein über die Antriebseinheit lösen will, sondern bei Bedarf auch an der Distanz selbst.

