Mikel Arteta hat Eberechi Eze und Viktor Gyokeres für das Champions-League-Finale von Arsenal gegen Paris Saint-Germain auf die Bank gesetzt. Im Endspiel am Samstag im Puskas Arena in Budapest begann Arsenal stattdessen mit Kai Havertz als Mittelstürmer, Bukayo Saka und Leandro Trossard auf den Flügeln sowie Myles Lewis-Skelly im Mittelfeld neben Declan Rice und Martin Odegaard.
Gerade deshalb steht die Frage im Raum, warum Arteta ausgerechnet jetzt auf zwei Spieler verzichtete, die Arsenals Saison in Europa mit geprägt hatten. Eze war die naheliegende Alternative für die Rolle, die Lewis-Skelly im Finale übernahm, während Gyokeres vor dem Endspiel in allen K.-o.-Spielen begonnen hatte und insgesamt 11 von Arsenals 14 Partien in der Champions League von Beginn an bestritt. Für viele war er damit der offensichtliche Name in einem Spiel, in dem Arsenal gegen PSG die Balance zwischen Angriff und Absicherung finden musste.
Die Zahlen zeigen, warum die Entscheidung Gewicht hatte. Gyokeres hatte vor dem Finale fünf Treffer in der Champions League erzielt und einmal von der Bank begonnen, außerdem verpasste er zwei Partien verletzt. Arsenals bester Torschütze in diesem Wettbewerb war vor dem Endspiel Gabriel Martinelli mit sechs Toren, während Havertz trotz Verletzungsproblemen nur in fünf Champions-League-Spielen auflief und drei Treffer beisteuerte. Artetas Auswahl deutete damit auf ein Arsenal hin, das gegen die Offensive von PSG mehr Kontrolle im Mittelfeld suchte als einen reinen Schlagabtausch im letzten Drittel.
Die Spannungsfrage blieb trotzdem offen: Arteta erklärte nicht, warum Eze und Gyokeres nicht starteten, obwohl beide in der Champions-League-Kampagne wichtige Rollen gespielt hatten. Statt einer offensiv schwereren Lösung wählte er eine Formation, die im Zentrum defensiver wirkte und Arsenal näher an der Struktur halten sollte, die PSG schon auf dem Weg ins Finale unter Luis Enrique verlässliche Grundordnungen entgegengesetzt hatte. Was immer das Ergebnis in Budapest wurde, dieser Abend begann mit einer klaren Botschaft: Arsenal vertraute im größten Spiel der Saison eher der Stabilität als der gewohnten Spitze in der Mannschaft.

