Die rechtliche Freigabe ist da: Das Gesetz, das den Bau eines Denkmals für den ehemaligen Präsidenten Sebastián Piñera erlaubt, wurde im Diario Oficial veröffentlicht und ist nun als Law 21.820 in Kraft. Der Standort ist die Plaza de la Ciudadanía in Santiago, direkt vor La Moneda.
Dass ausgerechnet jetzt der Name Piñera wieder in den Fokus rückt, liegt an diesem Samstag, an dem die Veröffentlichung das Vorhaben von einer politischen Idee in ein verbindliches Projekt verwandelt. Für Luciano Cruz-Coke, einen der Senatoren hinter dem ursprünglichen Antrag, ist damit ein Vorstoß abgeschlossen, der im Kongress seit April lief und nach der dritten legislativen Prüfung des Senats die letzte Hürde genommen hatte.
Bezahlt werden soll das Denkmal nicht aus öffentlichen Kassen. Das Gesetz schließt Fiskalmittel ausdrücklich aus und setzt stattdessen auf öffentliche Sammlungen, Spenden und private Beiträge. Eine ad-honorem-Sonderkommission soll das Vorhaben nun umsetzen; ihr Vorsitz liegt bei einem Vertreter der Fundación Presidente Sebastián Piñera Echenique, dazu kommen der Rektor der Pontificia Universidad Católica, zwei Abgeordnete, zwei Senatoren, der Bürgermeister von Santiago und zwei frühere Minister oder frühere Staatssekretäre aus den Regierungen des ehemaligen Präsidenten.
Der Weg dorthin war nicht geradlinig. Das Projekt war zunächst für die Plaza de la Constitución vorgesehen, wurde am Ende aber in die Plaza de la Ciudadanía verlegt. Die Verschiebung ist mehr als ein Detail: Sie rückt das Denkmal in den Regierungsbezirk und damit an einen Ort, an dem politische Symbolik in Santiago besonders sichtbar ist.
Offen bleibt nun, wann die Kommission die Basis für den öffentlichen Wettbewerb vorlegt und wann der Bau tatsächlich beginnen kann. Fest steht erst einmal, dass sie den genauen Platz im vorgesehenen Sektor festlegen und die eingeworbenen Mittel verwalten muss. Mit der Veröffentlichung am Samstag hat der Staat das Projekt formal abgesichert; die konkrete Form des Denkmals muss jetzt erst noch entstehen.

