Das Halbfinale der IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft 2026 steht fest, und Gastgeber Schweiz trifft am Samstag in der Swiss Life Arena in Zürich auf Norwegen. Später am Abend spielt Kanada gegen Finnland, ebenfalls in Zürich. Damit ist der Weg zum Titel auf zwei Partien verengt, die beide schon vor dem ersten Bully Gewicht haben.
Die Suche nach Wm dreht sich jetzt um diese beiden Ansetzungen, weil sie den letzten Schritt vor dem Endspiel markieren. Schweiz gegen Norwegen beginnt um 15.20 Uhr ET, Kanada gegen Finnland folgt um 20.20 Uhr ET. Für die Schweizer geht es darum, das bislang makellose Heimturnier fortzusetzen; für Norwegen darum, den Lauf des Überraschungsteams in der Schlussphase des Turniers weiterzutragen.
Die Schweiz hat sich ihren Platz mit einem 3:1 gegen Schweden verdient. Das Team schoss 32:22 auf das Tor, sammelte aber auch 35:6 Strafminuten und brauchte in einer hitzigen Partie Ruhe in den entscheidenden Momenten. Leonardo Genoni hielt 21 Schüsse und kam auf eine Fangquote von 95,5 Prozent, während Roman Josi mit einem Tor und zwei Vorlagen das Spiel prägte. Schon in der Vorrunde hatte die Schweiz Gruppe A auf Platz eins beendet und alle Heimspiele gewonnen.
Norwegen kommt mit einem anderen Profil ins Halbfinale, aber nicht mit weniger Selbstvertrauen. Das Team wurde in Gruppe B Zweiter und setzte sich im Viertelfinale mit 2:0 gegen Lettland durch, angeführt von Henrik Haukelands 35-Save-Shutout. Dass Norwegen als Außenseiter so weit gekommen ist, passt nicht ganz zu den Zahlen im Turnier: Die Mannschaft hat sich oft gegen mehr Abschlüsse behaupten müssen als der Gegner, trifft aber mit 14,1 Prozent und bringt ein Penalty Killing von 89,3 Prozent mit. Genau dieser Widerspruch macht das Spiel gegen die Schweiz interessant.
Im Tor spricht vieles für ein Duell auf höchstem Niveau. Genoni steht bei 0,6 Gegentoren pro Spiel, 96,6 Prozent Fangquote und zwei Shutouts, Haukeland bei 1,0 Gegentoren pro Spiel, 96 Prozent Fangquote und drei Shutouts. Auch die Schweizer Offensive ist breit aufgestellt: Sven Andrighetto kommt auf 4 Tore und 9 Vorlagen, Denis Malgin auf 4 und 8, Josi auf 5 und 6, Timo Meier auf 3 und 8, Nico Hischier auf 5 und 5. Bei der Schweiz haben 15 der 22 Skater mindestens einmal getroffen, dazu kommen 37,5 Prozent in Überzahl und 94,4 Prozent im Unterzahlspiel.
Norwegens Defensive ist klar umrissen, mit Christian Kaasastul, Max Krogdahl, Stian Solberg, Johannes Johannesen, Kristian Ostby und Sander Hurrod als Paarungen. Für die Schweizer wird es ein Test gegen ein Team, das seine Chancen bislang effizient genutzt hat und sich nicht vom Namen des Gegners beeindrucken ließ. Am Samstag in Zürich entscheidet sich nicht nur, wer ins Finale einzieht, sondern auch, ob die Heimelf ihre perfekte Serie behält oder Norwegen die größte Geschichte dieser Weltmeisterschaft noch größer macht.

