Moïse Kouame hat bei Roland-Garros das gemacht, was in diesem Alter nur wenige schaffen: Er steht nach einem 4:56-Stunden-Krimi in der dritten Runde. Der 17-jährige Franzose setzte sich gegen Vallejo mit 6/3, 7/5, 3/6, 2/6, 7/6 durch und trifft nun auf Alejandro Tabilo auf dem Suzanne-Lenglen-Platz.
Genau deshalb wird sein Name jetzt gesucht. Kouame ist seit März 17, und mit diesem Sieg wurde er zum jüngsten Spieler seit Rafael Nadal in Wimbledon 2003, der bei einem Grand Slam die dritte Runde erreicht hat. Für Frankreich ist er außerdem der jüngste Spieler überhaupt, dem das bei Roland-Garros gelungen ist. Mit dem Ergebnis dürfte er zum Start des Sommers nahe an die Top 200 rücken.
Der Weg dorthin war alles andere als sauber. Kouame führte zunächst zwei Sätze lang, wurde dann wieder eingefangen und lag im fünften Satz sogar 5:2 vorn, bevor er sich in einen Super-Tie-Break retten musste, den er nach einer 6:1-Führung doch noch gewann. Es war sein erster Fünf-Satz-Sieg bei einem Grand Slam, und seit Boris Becker in Wimbledon 1984 hatte kein Spieler in diesem Alter ein solches Match mehr gewonnen.
Kouame sagte danach, er habe die Energie der Zuschauer aufgenommen, weil sie ihm helfen wollten und nicht, um ihn nervös zu machen. Er habe sich auf dem Platz wirklich wohlgefühlt. In einem Match, das auch von Hitze, öffentlichem Druck und dem Stress eines Grand-Slam-Spiels geprägt war, war genau das ein Unterschied. Sein Trainer Liam Smith nannte es beeindruckend, dass ein 17-Jähriger körperlich und mental fünf Stunden lang mithalten kann, und sagte zugleich, dass in Kouames Spiel noch viel Luft nach oben sei.
Für Kouame kommt die nächste Prüfung sofort. Gegen Alejandro Tabilo auf Suzanne-Lenglen wird sich zeigen, ob der Junge aus Frankreich nur einen außergewöhnlichen Abend erwischt hat oder ob dieser Lauf bei Roland-Garros erst der Anfang ist. Nach einem Sieg wie diesem wirkt beides möglich.

