Moïse Kouame hat bei Roland Garros 2026 ein Match gewonnen, das ihn bis an die Grenze zog und ihn trotzdem in die dritte Runde brachte. Der 17-Jährige bezwang Vallejo nach 4 Stunden und 56 Minuten mit 6/3, 7/5, 3/6, 2/6, 7/6 und beendete das längste Spiel des Turniers bislang mit einem letzten Serve-and-Volley-Winner.
Genau deshalb wird sein Name jetzt gesucht. In Paris hat Kouame nicht nur überlebt, sondern Geschichte geschrieben: Er ist der jüngste Franzose, der bei Roland Garros die dritte Runde erreicht hat, und der jüngste Spieler seit Rafael Nadal in Wimbledon 2003, der überhaupt so weit in einem Grand Slam kam. Seit März ist er 17, und jetzt steht er in einem Turnier, in dem jeder weitere Sieg sofort größer wirkt als der vorige.
Der Sieg bekam sein Gewicht, weil er nie einfach wurde. Kouame hatte die Partie erst mit zwei Sätzen Vorsprung in der Hand, wurde dann aber wieder zurückgedrängt, gab Satz drei und vier ab und führte im fünften Satz noch 5:2, ehe Vallejo noch einmal herankam. Auch im Super-Tie-Break lag Kouame mit 6:1 vorn und musste erneut zusehen, wie sein Gegner zurückkam, bevor er den entscheidenden Punkt mit einem letzten Netzangriff setzte. Für einen 17-Jährigen ist das nicht nur ein Arbeitssieg. Es ist ein Test unter Druck, bei Hitze und vor einem Publikum, das ihn zugleich trug und forderte.
Kouame sagte später, er habe die Energie der Zuschauer gut aufgenommen, weil sie für ihn da gewesen seien und ihn nicht nervös gemacht hätten. Er habe sich auf dem Platz wirklich amüsiert, sagte er sinngemäß, und erklärte zugleich, dass er im Kampf auf dem Court auch körperlich viel über sich gelernt habe, weil Stress, Publikum und Wärme zusammengekommen seien. Liam Smith nannte es beeindruckend, dass ein 17-Jähriger fünf Sätze lang körperlich und mental standhalte; zugleich sieht er bei Aufschlag und Vorhand noch Luft nach oben.
Für Kouame geht es nun sofort weiter. In der dritten Runde wartet auf dem Suzanne-Lenglen-Court Alejandro Tabilo. Nach diesem 4h56-Krimi ist die offene Frage nicht mehr, ob der Franzose auf der großen Bühne mithalten kann. Es geht darum, ob sein Körper nach einem Spiel dieser Länge rechtzeitig wieder bereit ist für den nächsten Schritt.

