Der Senator für die Region Valparaíso, Diego Ibáñez, hat im Programm Profundidad de Campos von TV Senado die Folgen von Zentralismus, Haushaltskürzungen und dem vom Präsidenten José Antonio Kast vorgelegten Projekt Reconstrucción Nacional scharf kritisiert. Er stellte dabei die Frage, warum Regionen außerhalb von Santiago weiter nach denselben Maßstäben bewertet werden, obwohl sie ganz andere Bedingungen tragen.
Ibáñez sagte, die nationale Zentralisierung ermögliche es „lamentablemente no permite valorar los territorios y las poblaciones fuera de Santiago con su debido mérito“. Nach seiner Darstellung werden dieselben Bewertungsinstrumente für Regionen mit geringerer Bevölkerung, niedrigerer Dichte und anderen klimatischen Verhältnissen verwendet. Diese Mittel, die Chile vereinheitlichen sollen, seien für Regionen ungeeignet, weil sie ihre Besonderheiten unsichtbar machten.
Der Senator verwies darauf, dass es in der Region Valparaíso Potenzial gebe, das wegen knapper Mittel und Zentralisierung nicht zur Entfaltung komme. In diesem Zusammenhang nannte er die Arbeit an der Ley de rentas regionales und am royalty portuario als Versuche, den Regionen mehr eigene Einnahmen zu verschaffen. Als Beispiel für die Folgen der bestehenden Verteilung führte er das Hospital Carlos Van Buren an, das seiner Ansicht nach auch deshalb einen lokalen Budgetanteil bräuchte, weil die Region viel zum Land beitrage.
Ibáñez sagte, Valparaíso lebe mit sehr knappen Ressourcen unter Bedingungen von Dürre, Umweltverschmutzung, Anbindung und Verkehr. „Gran parte del problema está en que los recursos son muy escasos para una demanda en materia de sequía, contaminación, conectividad y transporte muy alta para la región de Valparaíso“, sagte er. Zugleich warnte er vor den geplanten fiskalischen Einschnitten. Ein Kürzen um 3 Prozent in Gesundheit, Bildung und Arbeit bedeute, dass 64 Prozent der öffentlichen Ausgaben, die in diesen drei Ressorts konzentriert seien, angetastet würden.
Für das Hospital Carlos Van Buren nannte Ibáñez eine konkrete Zahl: 1.300 Millionen Pesos weniger. Das werde weniger Material und weniger Verwaltungskraft bedeuten und sich am Ende auf die Patienten auswirken, sagte er. Sein Verweis fiel in eine Debatte über den staatlichen Haushalt und die Ley de Presupuestos 2027, die in der Region offenbar besonders aufmerksam verfolgt wird, weil dort jeder Spielraum knapp ist.
Der Senator verknüpfte die Budgetkritik mit Infrastrukturprojekten, die aus seiner Sicht für Valparaíso zentral sind. „Con la suspensión del proyecto del aeropuerto en Concón y con la suspensión del tren rápido a Santiago, se está echando atrás todo lo que esta región alguna vez discutió, avanzó y luchó“, sagte er. Die Aussetzung beider Vorhaben werfe alles zurück, was die Region einst diskutiert, vorangebracht und erkämpft habe.
Scharf fiel auch Ibáñez’ Urteil über das Projekt Reconstrucción Nacional aus. Er sagte, er frage sich, was Fragen der Umweltregulierung mit geistigem Eigentum, Steuerfragen oder der kostenlosen Bildung zu tun hätten. „Es un tutifruti donde no tiene que ver mucho una cosa con la otra“, sagte er. Nach seiner Einschätzung geht es nicht um ein loses Sammelsurium, sondern um „una refundación del sistema económico en Chile“, die seiner Ansicht nach die Reichen reicher machen und die Mittelschicht weiter unter Druck setzen würde.
Die Aussagen setzen einen klaren Kontrast zwischen der Sicht des Senators und der Linie der Regierung. Ibáñez baut seine Kritik auf den Alltag einer Region, die mit Wasserknappheit, Umweltlasten und Verkehrsproblemen ringt, während gleichzeitig Gelder gekürzt und Projekte gestoppt werden. Genau dort liegt der Kern des Streits: Valparaíso fordert mehr Eigengewicht im Staat, während das Zentrum weiter die Regeln setzt.

