Chile hat an diesem Dienstag neue Botschafter bestimmt und damit eine Runde diplomatischer Ernennungen unter Präsident José Antonio Kast eingeleitet. Das Außenministerium teilte mit, dass Jorge Tarud nach Belgien geht, Francisco Chahuán nach Mexiko, Juan Antonio Coloma nach Spanien, Alfonso Silva nach China und Rodrigo Olsen nach Schweden.
Alle Designierten haben nach Angaben des Ministeriums bereits das jeweilige Beneplácito erhalten. Roberto Ruiz wurde zugleich zum Botschafter befördert und als Generalkonsul Chiles in La Paz eingesetzt. Für die Regierung ist das ein sichtbarer Umbau an wichtigen Stationen des Auswärtigen Dienstes an einem Tag, an dem mehrere der Posten zugleich neu besetzt werden.
Besonders ins Auge fällt die Rückkehr von Tarud in ein Amt mit starkem außenpolitischem Gewicht. Er war bereits Botschafter Chiles in Saudi-Arabien, Australien und der Volksrepublik China, jeweils in den Regierungen von Patricio Aylwin, Eduardo Frei Ruiz-Tagle und Ricardo Lagos. Später saß er von 2002 bis 2018 im Parlament, leitete die ständige Kommission für Auswärtige Beziehungen der Abgeordnetenkammer und war Ko-Vorsitzender der Gemischten Parlamentarischen Kommission Europäische Union-Chile.
Auch Chahuán kommt mit langjähriger Parlaments- und Außenpolitik-Erfahrung ins Amt. Er war von 2006 bis 2010 Abgeordneter, danach von 2010 bis 2026 Senator, führte die ständige Kommission für Auswärtige Beziehungen zweimal und gehörte zwischen 2023 und 2024 dem Politischen Dialog Chile-China an. Zudem arbeitete er in mehreren interparlamentarischen Gruppen, darunter den chilenisch-chinesischen, chilenisch-palästinensischen, chilenisch-syrischen, chilenisch-schwedischen, chilenisch-russischen und chilenisch-indischen.
Coloma bringt ebenfalls jahrzehntelange politische Erfahrung mit. Er war von 1990 bis 2002 Abgeordneter, dann von 2002 bis 2026 Senator und stand von März 2023 bis März 2024 an der Spitze der Oberen Kammer. Die Ernennungen zeigen, dass Kast bei wichtigen Auslandsvertretungen auf bekannte politische Namen setzt, statt ausschließlich auf Karrierediplomaten. Wie weit dieser Kurs trägt, wird sich nun in Brüssel, Mexiko-Stadt, Madrid, Peking, Stockholm und La Paz zeigen.

