Julia Grabher hat bei den French Open in Paris in der zweiten Runde gegen Amanda Anisimova aufgegeben, nachdem sie beim Stand von 0:6 nach nur 18 Minuten nicht mehr weiterspielen konnte. Die 29 Jahre alte Österreicherin, die in der Weltrangliste auf Platz 121 geführt wird, kämpfte dabei mit Kreislaufproblemen und machte die Hitze auf dem Platz zum entscheidenden Faktor.
Anisimova, die als Nummer sechs der Welt antrat und im vergangenen Jahr im Endspiel von Wimbledon und der US Open gestanden hatte, nahm Grabher früh jede Luft. Nach sechs gewonnenen Punkten der US-Amerikanerin war der erste Satz bereits nach 18 Minuten mit dem dritten Break entschieden. Für Grabher war das ein schroffer Bruch mit ihrem starken Auftakt in Paris: Zum Start hatte sie die slowakische Qualifikantin Rebecca Sramkova mit 6:2, 6:2 besiegt und damit ohne Probleme die erste Runde überstanden.
Nach dem ersten Satz ließ sich Grabher medizinisch behandeln. Ärzte maßen Puls und Blutdruck, bevor sie sich entschied, das Match zu beenden. Genau darin lag die Härte dieses Tages: Sie war nicht wegen einer sportlichen Niederlage allein gestoppt worden, sondern weil der Körper unter den Bedingungen in Paris nicht mehr mitmachte. Das machte den frühen Abschied gegen eine der formstärksten Spielerinnen des Turniers besonders deutlich.
Für den weiteren Turnierverlauf verschiebt sich der Blick nun auf Anastassija Potapowa, die bei demselben Turnier weiter um den Einzug in die dritte Runde spielte und am Mittwoch gegen die Britin Katie Boulter angesetzt war. Damit bleibt eine weitere Spielerin im Feld, während Grabher nach einem vielversprechenden Beginn abrupt aus dem Turnier gerissen wurde.
Der Kontrast erzählt viel über diese French Open: Ein ordentlicher Auftakt schützt nicht vor den Belastungen eines heißen Tages in Paris, und selbst eine Spielerin mit dem Selbstvertrauen eines klaren Zwei-Satz-Siegs kann binnen weniger Stunden an ihre Grenze geraten. Grabher hatte den Wert ihres ersten Erfolgs schon mit 6:2, 6:2 gegen Sramkova unter Beweis gestellt. Gegen Anisimova reichte die Form nicht mehr, weil der Körper früher stoppte als der Gegnerin.

