Carlos Alcaraz verpasst die French Open und Wimbledon wegen einer hartnäckigen Verletzung am Handgelenk. Der spanische Weltranglistenzweite sagte am Dienstag, seine Genesung verlaufe gut und er fühle sich schon viel besser, sei aber noch nicht bereit für den Wettkampf.
Die Absage trifft Paris besonders hart, weil Alcaraz dort als Titelverteidiger antritt hätte sollen. Schon im April hatte er sich aus Paris zurückgezogen, nun fällt er auch für zwei der größten Turniere der Saison aus. Für Alexander Zverev, 29, verändert das die Ausgangslage spürbar: Der Deutsche ist in Paris die Nummer zwei der Setzliste und könnte Jannik Sinner erst in einem möglichen Finale begegnen. Mats Wilander sagte, das Fehlen von Alcaraz eröffne Chancen, und Zverev gehöre zu den größten Profiteuren.
Am Dienstagabend trainierten Zverev und Novak Djokovic gemeinsam auf dem Court Philippe-Chatrier, nur wenige Tage vor dem Start am Sonntag. Djokovic, die Nummer vier der Welt, wird am Freitag 39 und jagt in Paris seinen 25. Major-Titel. Seine Vorbereitung auf Sand war allerdings dünn: Er absolvierte nur ein einziges Claycourt-Match und verlor in Rom in drei Sätzen gegen den Qualifikanten Dino Prizmic.
Für Djokovic ist die Lage heikler als für viele andere. Er hat seit den Olympischen Spielen 2024 keinen Major-Titel mehr gewonnen, und er trifft in Paris auf einen Markt, der von Fragen nach seiner Form und Belastbarkeit geprägt ist. Nach dem Sieg über Jannik Sinner im Halbfinale der Australian Open in Melbourne war der Serbe noch einmal auf der großen Bühne präsent, doch Sinner hat sich seither als dominanter Spieler auf der Tour etabliert. Der Weltranglistenerste schlug Zverev in diesem Jahr regelmäßig in zwei Sätzen und gewann in Rom bereits seinen sechsten Masters-Titel in Folge, womit er als erst zweiter Spieler überhaupt alle 1000er-Turniere gewann.
Die Verschiebung in Paris ist deshalb mehr als der Ausfall eines Namens auf dem Spielplan. Ohne Alcaraz fehlt dem Feld der direkte Maßstab für die jüngste Generation, während Zverev und Djokovic vor einem Turnier stehen, das plötzlich offener wirkt. Zverev hat die Chance, in der Halbzeitleere des Tableaus weit zu kommen, doch Sinner bleibt der Mann, den es zu schlagen gilt. Welche Seite sich in Paris durchsetzt, könnte schon in der ersten Turnierwoche sichtbar werden.

