Adam Walton hat bei den French Open für den nächsten großen Schlag gesorgt und Daniil Medvedev in einem zähen Fünfsatzmatch mit 6-2, 1-6, 6-1, 1-6, 6-4 besiegt. Der australische Wildcard-Spieler setzte sich am Montag auf Court Suzanne Lenglen nach drei Stunden und 22 Minuten durch und machte damit einen der auffälligsten Siege seiner bisherigen Karriere perfekt.
Walton sagte danach: „It’s huge,“ und verwies auf den Erfolg gegen Medvedev in Cincinnati im vergangenen August. „That win in Cincinnati definitely gave me the belief. I believed and I’m really excited right now.“ Der 26-Jährige, der sich den Sieg in Paris mit der klaren Ansage nahm, er und seine Gegner seien „in der Hitze aufgewachsen“, fügte hinzu: „I really like it when it’s hot in Paris.“
Der Sieg ist mehr als nur ein Weiterkommen in die zweite Runde. Medvedev war die ehemalige Nummer eins der Welt, und Walton wurde als Sieger eines seiner größten Matches beschrieben. Auf Sand in Paris nutzte er eine Partie, in der Medvedev phasenweise fahrig wirkte und wieder einmal eines seiner typischen Jekyll-and-Hyde-Spiele lieferte. Walton griff genau dann zu, wenn das Match kippte, und holte sich den entscheidenden Satz, als Medvedev nicht mehr zurückkam.
Für den Australier ist es auch deshalb ein besonderer Moment, weil er nun der vierte australische Mann ist, der bei diesem Turnier die zweite Runde erreicht hat. Dass ausgerechnet ein Wildcard-Starter einen Gegner mit dieser Vergangenheit ausschaltet, verleiht dem Ergebnis zusätzliches Gewicht. Der Abend in Paris zeigte außerdem, wie eng die oberen Ränge zusammenliegen können, wenn ein Spieler mit Selbstvertrauen in einen langen Kampf geht und der Favorit nicht in seinen Rhythmus findet.
Waltons Sieg fällt in eine Runde, in der Australien insgesamt sichtbar präsent war. Alex de Minaur rückte nach dem Rückzug von Alexander Blockx direkt in die dritte Runde vor, nachdem der 21 Jahre alte Belgier am Montag wegen einer Sprunggelenksverletzung rechts aufgegeben hatte. Blockx, der zuletzt in Madrid das Halbfinale erreicht und dort Casper Ruud sowie Felix Auger-Aliassime geschlagen hatte, hätte ursprünglich am Dienstag gegen de Minaur spielen sollen. Stattdessen kam de Minaur per Walkover unter die letzten 32.
Auch Alexei Popyrin erlebte einen Rückschlag. Der 27-Jährige verlor gegen Zachary Svajda mit 3-6, 6-3, 7-6 (7-3), 7-5, obwohl er erst kürzlich beim Italian Open Matteo Berrettini und Jakub Mensik besiegt hatte. Popyrin, der im vergangenen August von Rang 19 auf Rang 61 gefallen ist, verpasste damit die Chance, seine Form in Paris zu bestätigen.
Der Tag auf Roland Garros unterstrich damit vor allem eines: Der Tennissport kennt in dieser Phase des Jahres keine sicheren Favoriten. Walton hat Medvedev bereits im August in Cincinnati geschlagen und es jetzt auf der größten Sandplatzbühne noch einmal getan. Wer in Paris weiterkommen will, braucht mehr als Ranglistenpunkte und Namen. Walton hatte heute das bessere Timing, die größere Überzeugung und am Ende das Ergebnis.

