Elīna Garanča hat sich rund zwei Monate vor der Premiere aus der Salzburger Festspielproduktion von Richard Strauss’ «Ariadne auf Naxos» zurückgezogen. Die Mezzosopranistin sollte im Sommer die Titelpartie singen, doch nun übernimmt die schwedische Sopranistin Christina Nilsson die Rolle und gibt damit ihr Salzburg-Debüt.
Garanča erklärte, sie habe das Angebot der Salzburger Festspiele mit großer Wertschätzung und aufrichtiger Begeisterung angenommen. Nach reiflicher Überlegung habe sie sich jedoch entschieden, diese Partie nicht in ihr Repertoire aufzunehmen und daher ihre Mitwirkung an der Produktion zurückzuziehen. Diese Entscheidung sei ihr alles andere als leichtgefallen.
Warum sie sich so kurzfristig gegen den Auftritt entschied, ist nicht bekannt. Fest steht nur, dass der Rückzug in eine Phase fällt, in der Garanča zuletzt offen über ihr Verhältnis zum eigenen Fach gesprochen hat. Bei einer Pressekonferenz für «Klassik unter Sternen» in Niederösterreich sagte sie, sie sei nach 17 Jahren im Mezzosopran-Repertoire ein wenig müde geworden und wolle stärker nach Werken außerhalb ihrer Stimmfachgrenzen suchen, die ihr einfach Freude bereiten.
Genau darin liegt die Spannung dieses Wechsels: Garanča geht nicht, weil ein Engagement scheiterte, sondern weil sie offenbar ihr künstlerisches Profil neu ordnen will. Für Salzburg bedeutet das einen prominenten Umbesetzungsfall kurz vor dem Start der Saison, für Nilsson die Chance auf einen hochkarätigen Auftritt in einer Produktion, die nun ohne die ursprünglich angekündigte Hauptbesetzung auskommen muss.
Für das Publikum bleibt damit vor allem die Gewissheit, dass die Titelrolle von «Ariadne auf Naxos» in diesem Sommer nicht von Garanča, sondern von Nilsson getragen wird. Und für Garanča markiert der Schritt eine klare Ansage: Sie will sich nicht weiter an ein Fach binden, das sie nach 17 Jahren zunehmend begrenzt, sondern Rollen suchen, die sie künstlerisch neu ansprechen.
