Aryna Sabalenka hat beim Torneo De Roland Garros ihre Rolle als Favoritin bestätigt und Jessica Bouzas auf dem Centre Court Philippe Chatrier mit 6:4, 6:2 bezwungen. Die Weltranglistenerste brauchte am Dienstag nur 75 Minuten, um die Spanierin aus dem Turnier zu nehmen und ihre makellose Bilanz im Rennen um den Titel in Paris zu festigen.
Sabalenka begann das Match mit einer 4:0-Führung und gab damit früh die Richtung vor. Bouzas wehrte sich, kam sogar an einen Punkt heran, an dem sie zum 5:5 ausgleichen servierte, doch die Nummer eins hielt den Druck hoch und beendete die Partie ohne Satzverlust. Für die 22-jährige Spanierin war es dennoch kein Auftritt ohne Gewicht: Sie feierte ihr Debüt auf dem Centre Court Philippe Chatrier gegen die Vorjahresfinalistin und konnte den Schwung ihres dritten Rundenlaufs von Roland Garros 2025 diesmal nicht wiederholen.
Das Ergebnis passt zu Sabalenkas Entwicklung in Paris. Sie war als Finalistin der vorherigen Ausgabe angereist und steht erneut in einer Position, in der sie tief ins Turnier gehen kann, auch wenn sie diesmal nicht in Bestform wirkte. Genau darin lag der Wert ihres Auftritts: nicht die Brillanz, sondern die Kontrolle. Für Bouzas dagegen hat die Niederlage unmittelbare Folgen. Sie verliert 120 Punkte und rutscht aus den Top 50, nachdem sie im Vorjahr in Paris mit ihrem Lauf auf sich aufmerksam gemacht hatte.
Der spanische Frauen-Tennisverband erlebt in diesem Turnier bislang einen Rückgang an Personal, je weiter Roland Garros fortschreitet. Sechs spanische Spielerinnen waren im Hauptfeld gestartet, doch nur Kaitlin Quevedo und Marina Bassols kamen über die erste Runde hinaus. Oksana Selekhmeteva, Cristina Bucsa, Sara Sorribes und nun auch Bouzas schieden früh aus. Dass sich gerade Bouzas, die 2025 auf dem Weg ins dritte Runde Marketa Vondrousova auf dem Centre Court von Wimbledon und Emma Navarro in Paris geschlagen hatte, diesmal nicht durchsetzen konnte, unterstreicht den Unterschied zwischen einem gelungenen Lauf und der harten Realität eines Grand-Slam-Feldes.
Bei 29 Grad in Paris blieb Sabalenka die Spielerin, die in den wichtigen Momenten klarer war. Das ist für das torneo de roland garros oft der entscheidende Unterschied: Wer die ersten Chancen nutzt und das Tempo diktiert, nimmt dem Gegner die Luft, bevor ein Match wirklich offen wird. Genau das tat die Belarussin gegen Bouzas — und genau deshalb bleibt sie die Spielerin, an der sich in diesem Turnier fast alles misst.

