Colo Colo hat Universidad Católica im Claro Arena mit 2:1 besiegt und damit den Vorsprung an der Tabellenspitze ausgebaut. Das Spiel kippte früh durch ein Eigentor von Arturo Vidal in der 8. Minute, doch Javier Correa drehte die Partie mit Treffern in der 42. und 45. Minute noch vor der Pause.
Vidal sprach nach dem Abpfiff offen über den bitteren Beginn und die Reaktion seiner Mannschaft. Die ersten Minuten seien schwierig gewesen, sagte der Kapitän, weil der Gegner mit einem anderen Rhythmus aus der Libertadores gekommen sei. Das Eigentor nannte er einen Rückpraller, der passieren könne, und fügte hinzu, entscheidend sei gewesen, dass Colo Colo gewonnen habe, nun Spitzenreiter sei und sich abgesetzt habe.
Mit dem Sieg kam Colo Colo auf 30 Punkte. Gleichzeitig vergrößerte das Team seinen Abstand auf Huachipato auf acht Punkte, auf Universidad Católica auf zehn und auf Universidad de Chile auf 13. Für einen Klub, der sich in einem engen Titelrennen befindet, war das kein gewöhnlicher Erfolg, sondern ein Ergebnis mit unmittelbarer Wirkung auf die Tabelle.
Die Partie begann jedoch genau mit dem Moment, den Colo Colo vermeiden wollte. Juan Francisco Rossel schlug den Ball von links in den Strafraum, Sebastián Sosas Abwehrversuch prallte von Vidal ab und landete zum 1:0 für Universidad Católica im Netz. Die Szene war für den Nationalspieler ein Rückschlag, aber keiner, der ihn aus der Bahn warf. Er sagte, es wäre unvernünftig, sich davon unterkriegen zu lassen, zumal er in vielen Klubs und vielen Stadien gespielt habe. Seine Aufgabe sei es, hinzufallen und wieder aufzustehen, vor allem aber den Mitspielern zu helfen.
Genau das gelang Colo Colo nach einer taktischen Anpassung. Vidal erklärte, das Team habe sich zunächst mit einer Dreierkette schwergetan, sei dann aber mit vier Spielern in der Abwehr deutlich stabiler geworden. Danach habe man hinten besser verteidigt, sagte er, und am Ende niemanden mehr durchgelassen. Der Wandel war sichtbar: Was in der Anfangsphase noch wacklig wirkte, wurde im zweiten Durchgang zu einem kontrollierten Auftritt.
Auch die Rolle des Kapitäns rückte nach dem Spiel in den Mittelpunkt. Vidal betonte, er habe schon viele Clasicos gespielt, aber als Spielführer müsse er nun führen und den Mitspielern helfen. Dass ihm dabei zunächst ein Eigentor unterlief, änderte für ihn nichts am Gesamtbild. Entscheidend seien die drei Punkte gewesen, und genau die habe sein Team geholt.
Der Blick nach vorn fällt für Colo Colo entsprechend selbstbewusst aus. Vidal sagte, das Ziel sei es, die Meisterschaft zu gewinnen und wenn möglich alle drei Titel mitzunehmen. Mit jedem Spiel verbessere sich die Mannschaft, die Ergebnisse kämen nun. Für den Moment bleibt festzuhalten: Colo Colo hat nicht nur ein schwieriges Spiel gedreht, sondern seine Position an der Spitze spürbar gefestigt.

