Am Pfingstsonntag, 24. Mai 2026, zeigt das Erste um 20:15 Uhr den „Tatort: Vergebung“ aus Stuttgart. Am Pfingstmontag folgt die Wiederholung, während der Sonntagskrimi in der Sommerpause ist.
Zum Auftakt des Falls wird die Leiche eines Mannes mit einem Bagger aus dem Neckar geschaufelt. Es ist Matthias Döbele, der alte Freund des Gerichtsmediziners Daniel Vogt. Für die Kommissare Lannert und Bootz beginnt damit ein Fall, der zunächst nach Suizid aussieht, bei dem Fremdeinwirkung aber nicht auszuschließen ist. Die Ermittler fahren im braunen Porsche-Oldtimer von Lannert aufs Land, dorthin, wo der Tote zu Hause war.
Der Film lebt von der Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Sandra Döbele, gespielt von Ulrike C. Tscharre, bringt Vogt zurück an eine alte Lebensspur. Der Gerichtsmediziner trifft nach Jahrzehnten seine Jugendliebe wieder, während ihn Erinnerungen an sommerliche Kindheitstage mit Matthias Döbele und anderen Buben einholen. In Rückblenden ist auch die Tragödie um einen Jungen zu sehen, der im Weiher ertrank. Damit verschiebt sich der Fokus spürbar weg vom üblichen Ermittlerduo und hin zu Vogt, der den Fall nicht nur beruflich, sondern auch persönlich erlebt.
Gerade das macht „Vergebung“ für den Sender zu einer Wiederholung mit eigenem Gewicht. Jürgen Hartmann spielt Daniel Vogt seit 15 Jahren an der Seite von Richy Müller und Felix Klare. Die Idee zu diesem Dorfkrimi entwickelte er nach Angaben aus dem Umfeld der Produktion selbst; Autorin Katharina Adler und Mitautor Rudi Gaul machten daraus den Film, bei dem Gaul auch Regie führte. Vogt beginnt auf eigene Faust zu forschen und verspielt damit beinahe das Vertrauen von Lannert und Bootz. Der Fall stellt am Ende weniger die Frage, wer den Toten kannte, als ob sich die Wahrheit über alte Schuld noch von der Erinnerung trennen lässt.
Dass das Erste den Film ausgerechnet jetzt zeigt, passt zur Programmlage: In der Sommerpause des Sonntagskrimis füllt der Sender den gewohnten Sendeplatz mit einer Folge, die mehr ist als bloße Wiederholung. „Tatort: Vergebung“ rückt einen Nebencharakter ins Zentrum, der seit Jahren zur Stuttgarter Reihe gehört, und macht aus einem Ermittlungsfall eine Geschichte über Loyalität, Verlust und ein lang gehütetes Dorfgeheimnis.

